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Papenburg und Bettels: Erste Namen für die Harz-Metall

Zum Stand der Dinge bei Harzmetall will das Umweltministerium nächste Woche eine Erklärung abgeben.  Archivfoto: Epping

Zum Stand der Dinge bei Harzmetall will das Umweltministerium nächste Woche eine Erklärung abgeben. Archivfoto: Epping

Oker/Harlingerode. Keine Atempause für die beiden früheren Recylex-Töchter Harz-Metall und Norzinco, die sich nach wie vor im Insolvenzverfahren befinden und auf Hochtouren nach Investoren suchen: Inzwischen sickern erste Details und Namen durch. Einer scheint besonders reizvoll: Hinter dem Interesse der GP Günter Papenburg AG soll sich ein Gesamtkonzept für den Standort und beide Firmen verstecken. Und das Unternehmen mit Zentrale in der Landeshauptstadt Hannover ist ohnehin schon auf dem Areal vertreten.

Dienstag, 01.09.2020, 17:35 Uhr

Papenburg? Richtig: Das Familienunternehmen, dessen Grundstein Namensgeber Günter Papenburg im Jahr 1963 mit einem Fuhrbetrieb legte, besteht heute nach eigenen Angaben aus einem Kompetenznetzwerk von 55 Tochtergesellschaften und Betriebsteilen mit bundesweit 3800 Mitarbeiter. Zu diesem weitverzweigten Netz aus diversen Sparten gehört auch die Electrocycling GmbH in der Nachbarschaft, die ihre Abwässer in der modernen Harz-Metall-Anlage behandeln lässt. Das Kieswerk Okertal der GP Papenburg Betonwerke Nord zählt dazu. Und Papenburg hält auch wesentliche Anteile an der Salzgitter AG, die ihre Flugstäube im Drehrohrofen der Harz-Metall verarbeiten lässt.

Aber wie sicher ist es, dass die Hannoveraner ein Auge auf das Areal der Okeraner Hütte geworfen hat? Offizielle Bestätigungen gibt es nicht. Aus der Papenburg-Zentrale kam gestern die Ansage, keine Stellungnahme abgeben zu wollen. Ebenso wenig mochte Harz-Metall-Geschäftsführer Thomas Paul den Namen Papenburg kommentieren. „Wir sind auf der Suche nach Lösungen“, sagte Paul. Und er stellte klar: „Thema Nummer eins bleibt die Regelung der Altlasten-Frage.“ Ohne Einigung mit dem Land beziehungsweise eine Freistellung von Neueigentümern für Folgen aus den Umweltsünden der Vergangenheit geht nichts.

Nach – ebenfalls nicht offiziell bestätigten – GZ-Informationen soll Ende der Vorwoche bereits ein konkretes Gespräch zwischen Papenburg-Vertretern und Umweltminister Olaf Lies (SPD) in Hannover stattgefunden haben. Auch Ministeriumssprecher Matthias Eichler wollte mit Hinweis auf die Vertraulichkeit aller Verhandlungen rund um die Harz-Metall ebenfalls keinen Kommentar abgeben.

Aber ein klares Dementi kam eben auch von keiner Stelle. Und der Ende Juli geschlossene Vertrag mit dem Land Niedersachsen sieht ausdrücklich vor, möglichst einen Investor zu finden, der alle Grundstücke der Recylex-Töchter einheitlich erwirbt. Neben der räumlichen Nähe spricht zudem eine Personalie für Papenburgs Interesse. In dessen Aufsichtsrat sitzt mit Sigmar Gabriel ein Goslarer, mit dem ihn lange gegenseitige Wertschätzung verbindet. Aus firmennahen Okeraner Kreisen kommt der Hinweis auf ein Urlaubstreffen auf der Insel Sylt. Gabriel soll den Unternehmer, der mit seinem Sohn Klaus Papenburg im April des Vorjahres Gast beim Goslarschen Pancket mit Wirtschaftsminister Peter Altmaier war, auf bereits vorhandene Harzer Papenburg-Claims hingewiesen und neue Möglichkeiten auf dem Areal aufgezeigt haben.

Ein Automatismus pro Papenburg gibt es freilich dennoch nicht, auch wenn sich dessen Interesse bewahrheiten sollte. Hinter vorgehaltener Hand wird auch über einen Finanzinvestor mit belgisch-mexikanischem Hintergrund gemunkelt, der allerdings nur den Drehrohrofen mieten wolle. Für die Entwicklung des Geländes zu einem Industriepark soll es zudem weitere Anfragen und Gebote geben, die teils sehr fundiert und durchdacht erscheinen. Seit Kurzem soll es sogar Bemühungen geben, dieses Engagement zu bündeln, um bessere Karten im Standort-Poker zu bekommen. An dieser Stelle wird mit der Bettels-Gruppe der Name eines Hildesheimer Traditionsunternehmens der Baustoffbranche genannt, das erst kürzlich ein Betonwerk in der Goslarer Baßgeige gekauft hat und zu seinen Geschäftsfeldern auch Entsorgung und Rohstoffe zählt. Chef Knut Bettels immerhin bestätigte gestern Nachmittag sein Nordharzer Interesse – ganz offiziell.

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