Othfresener Feuerwehr bekommt Kastenwagen geschenkt
Uwe Wüstefeld zeigt das neue „Schätzchen“ der Othfresener Feuerwehr. Den Kastenwagen hat Wüstefeld der Wehr geschenkt. Foto: Leifeld
Othfresen. Die Freiwillige Feuerwehr Othfresen hat einen Mercedes-Kastenwagen geschenkt bekommen. Damit ist das Problem gelöst, spezielle Materialien zu den Einsatzorten zu bekommen.
Uwe Wüstefeld, selber aktiver Feuerwehrmann und Sicherheitsbeauftragter der genannten Blauröcke, verschenkte das Fahrzeug als Firmeninhaber der gleichnamigen Kfz-Werkstatt Wüstefeld in Posthof. Der Wagen wird als „Gerätewagen (GW) Logistik“ genutzt werden.
Die Idee von einem GW Logistik schwirrte schon längere Zeit im Ortskommando um Ortsbrandmeister Andreas Wüstefeld, dem Bruder des Fahrzeug-Schenkers, und seinen Stellvertreter Dennis Dorn herum. „Bestimmt schon zwei Jahre“, erzählt Uwe Wüstefeld. „Wir haben ganz viele Materialien, beispielsweise für Ölunfälle, im Gerätehaus, die wir nicht auf den Einsatzfahrzeugen mitführen können.“ Nicht nur eine Überladung der Fahrzeuge, der Transport generell sei ein Problem. „Mit Privatfahrzeugen ist das gar nicht zulässig. Und stellen Sie sich mal das Szenario an der Einsatzstelle vor: Die Feuerwehr fährt wieder weg, um zusätzliche Materialen zu holen“, sträuben sich bei Wüstefeld allein bei dem Gedanken die grauen Haare.
Kurzum: Ein zusätzliches Fahrzeug musste her, und zwar ohne das Säckel der Gemeinde als Trägerin der Feuerwehr zu belasten. Bereits im Mai vergangenen Jahres wurde Wüstefeld in Bayern fündig und erwarb den besagten Mercedes Kastenwagen Vario 815 D mit Doppelkabine (für sechs Personen) zu einem Preis, den er jedoch nicht nennen möchte. Aus erster Hand, Erstzulassung im Dezember 1999, 150 PS und 270.000 Kilometer auf dem Tacho, war der Vario bis dahin deutschlandweit als Montagefahrzeug mit Getriebe-Ersatzteilen unterwegs. Eine hydraulische Laderampe krönt das Schätzchen. Und einer der wohl wichtigsten Pluspunkte: Mit 7,49 Tonnen Gesamtgewicht darf der Wagen auch mit dem „alten“ Führerschein der Klasse 3 gefahren werden.
In mehr als 640 Arbeitsstunden wurde das Fahrzeug vom selbst ernannten „GW-Logistik-Team“ zerlegt, aufgearbeitet, im klassischen „Feuerwehrrot“ lackiert und mit Klebebeschriftung versehen. Daran arbeiteten auch Kameraden aus anderen Ortschaften mit. Finanziert durch interne Sammlungen, fertigte das Logistik-Team um Uwe Wüstefeld auch vier Rollcontainer an und kaufte Materialien dazu. „Dieses Fahrzeug hat die Gemeinde keinen Pfennig gekostet“, sagt Wüstefeld.
Die Rollcontainer werden entsprechend der jeweiligen Einsatzart, beispielsweise Öl-Schaden, Verkehrsunfall oder Hochwasser, mit den entsprechenden Materialen beladen und im (neuen) Gerätehaus bereitstehen. Im Einsatzfall müssen nur die benötigten Container aufgeladen werden. Weitere Gegenstände wie die Rettungsplattform werden dauerhaft auf dem „GW Logistik“ sein. Lediglich ein kleines Firmenlogo der Kfz-Werkstatt wird künftig an die Fahrzeugspende erinnern. Die offizielle Übergabe ist am Samstag, 1. November, um 15.30 Uhr vor dem alten Gerätehaus. Der Dienst des „GW Logistik“ beginnt aber erst nach dem Umzug in das neue Gerätehaus „Heißumer Straße“, denn im alten Gerätehaus ist kein Platz dafür. al