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Oldtimer-Werkstatt auf Wachstumskurs

<p>Die „Classic Manufactur Goslar“ hat in eine neue Werkstatthalle investiert. Oldtimer aus aller Welt werden in Goslar restauriert. Fotos: Epping</p>

<p>Die „Classic Manufactur Goslar“ hat in eine neue Werkstatthalle investiert. Oldtimer aus aller Welt werden in Goslar restauriert. Fotos: Epping</p>

Goslar. Das Geschäft mit den alten Schätzchen boomt. Die „Classic Manufactur Goslar“ investiert eine Million Euro in eine neue Halle.

Von Hendrik Roß Dienstag, 21.02.2017, 16:51 Uhr

Die neue Halle am Kuhlenkamp steht kurz vor ihrer offiziellen Eröffnung – in drei Wochen soll alles fertig sein. Drinnen sind aber schon einige Motorhauben nach oben geklappt. Die Mitarbeiter der CMG (Classic Manufactur Goslar) stehen an Hebebühnen, schrauben an Getrieben und Verkleidungen.

Sie restaurieren Oldtimer – ein Geschäft, das auf dem gesamten Erdball brummt. Immer mehr aufgemöbelte Automobile, meist von der Marke mit dem dicken Stern, gehen aus Goslar nach ganz Europa, in die USA und immer mehr auch nach Asien.

Die Nachfrage wuchs schnell an und so musste CMG-Geschäftsführer Knut Nolte mit seinem Team raus aus der Hinterhofgarage, in der der studierte Betriebswirt vor einigen Jahren zusammen mit Bruder und Vater, beide in der Kfz-Branche zu Hause, eher aus Leidenschaft begonnen hat, alte Autos wieder in Schuss zu bringen.

Nach dem Studium zog es Nolte wieder in die Werkstatt. 2014 folgte die Firmengründung. Mittlerweile hat CMG sieben Mitarbeiter – und jetzt ein neues Zuhause am Kuhlenkamp.

Insgesamt eine Million Euro seien in die rund 1000 Quadratmeter große Werkstatthalle investiert worden, sagt Nolte. 120.000 Euro kamen als Förderung aus dem niedersächsischen Wirtschaftsministerium. Eigentlich wollte sich CMG schon vor zwei Jahren vergrößern, das Grundstück am Kuhlenkamp hatte Nolte schon damals im Visier. Jedoch hatte es Probleme mit der Erschließung gegeben, was den Bau verzögerte. Die Idee eines Showrooms, in dem restaurierte Oldtimer-Modelle ausgestellt werden, hat Nolte wieder verworfen, der Aufwand hätte sich nicht gelohnt.

Man habe sich auf mehr Platz für Reparaturen und Ersatzteillager beschränkt. „Unsere Kunden erwarten das auch“, sagt der 32-Jährige. In der alten kleineren Werkstatt habe ein regelrechtes Chaos geherrscht, bei den ganzen Fahrzeugen und Fahrzeugteilen.

Für die Instandsetzung eines Oldtimers braucht es viel Handarbeit und vor allem Zeit. „Wir haben eine Wartezeit von drei Jahren“, so Nolte. Knapp ein Jahr brauche sein Team für eine Komplettrestauration eines Fahrzeugs. Gut 120.000 Euro koste so etwas den Kunden – manchmal auch mehr.

Entscheidend, so Nolte, sei es, an Ersatzteile heranzukommen. Sattlerarbeiten an der Polsterung, Reinigung, Karosseriebau, Teileeinbau und Feinabstimmung – alles, außer der Lackierung, macht CMG selbst. Eine Spezialität der Goslarer Manifactur ist das Reparieren von originalen Einspritzpumpen. Deutschlandweit gebe es nur drei Unternehmen, die so etwas anbieten, meint Nolte.

Seine Geschäftsprognose: CMG wird weiter wachsen. Oldtimer steigen im Wert, „wenn sie von Fachmännern restauriert werden“, so der CMG-Chef. Und welche andere Geldanlage hat als Bonus schon ein Gaspedal zu bieten?

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