Neue Meinungen zum „Sternenrotz“
<p>Noch immer nicht eindeutig geklärt: Eiskleckse im Harzer Wald. Foto: NLF</p>
Clausthal-Zellerfeld. Was ist es denn nun? Letzte Woche berichteten wir über die merkwürdigen Eiskleckse im Harzer Wald. Jetzt meldeten sich zwei Leser dazu: Ein Fachmann für regionalen Naturschutz ist sich sicher, dass es sich um die Reste der Eileiter von Amphibien handelt. Ein GZ-Leser aus Goslar bekam hingegen von einem Diplom-Biologen die Auskunft, es wären Pilze: entweder ein Drüsling oder ein Zitterling.
Als Erstes meldete sich Walter Wimmer vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Braunschweig. Der Betriebsstellenleiter und Dezernent für regionalen Naturschutz zeigte sich überrascht, dass die Oberharzer Förster mit dem merkwürdigen Eisklecks nichts anfangen könnten.
Wimmer ist sich sicher: „Es handelt sich dabei um die Reste der Eileiter von Amphibien. Wenn diese jetzt oder im milden Frühjahr gefressen werden, sind die Eianlagen schon entwickelt. Diese werden von Beutegreifern verschmäht, wenn sie zum Beispiel die Grasfrösche fressen. Deshalb findet sich der Sternrotz anschließend an exponierten Stellen, wie zum Beispiel Baumstubben, die als Fressplatz gedient haben. Der Begriff Sternrotz stammt tatsächlich aus einer Zeit, zu der man sich die Herkunft nicht erklären konnte, aber das liegt Jahrhunderte zurück.“
Dass die Erklärung des Phänomens aber offenbar doch nicht so eindeutig ist, zeigt eine weitere Leserreaktion, dieses Mal aus Goslar. Michael Hummel berichtet, dass er solche Eiskleckse schon des Öfteren um diese Jahreszeit am Kuttelbacher Teich gefunden hätte.
Hummel hat Fotos an eine bekannte Anglerzeitschrift geschickt. Ein Diplom-Biologe der „Anglerwoche“ antwortete Folgendes: „Die Hinterlassenschaft eines Säugetiers ist das auf keinen Fall. Es handelt sich um einen Vertreter der Zitterpilze, entweder einen Drüsling oder einen Zitterling.“
Welche Art genau es ist, könne man nur unter dem Mikroskop entscheiden, indem man nach Form und Größe der Zellen und Sporen fahnde. „Auch wenn die genannten Pilze einen sehr ‚hinfälligen‘ glibberigen Eindruck machen, so gehören sie doch als Ständerpilze in die Verwandtschaft von Steinpilz, Champignon und Co. Diese Gallerte findet man recht häufig im Winter an feuchten Stellen.“