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Neue Details im Masken-Männer-Fall

Mit einer Soft-Air-Pistole soll einer der sechs Angeklagten eine Supermarkt-Mitarbeiterin bedroht haben. Archivfoto: Epping

Mit einer Soft-Air-Pistole soll einer der sechs Angeklagten eine Supermarkt-Mitarbeiterin bedroht haben. Archivfoto: Epping

Goslar. Die Vorwürfe reichen von Raubüberfall über Uhrendiebstahl bis zur sexuellen Nötigung. Sechs Männer müssen nächste Woche vor Gericht.

Von Hendrik Roß Sonntag, 04.10.2015, 17:49 Uhr

Wenige Tage vor dem Start der Verhandlung am Braunschweiger Landgericht kommen einige pikante Details im Fall der „Masken-Männer“ ans Tageslicht, die im Frühjahr für eine ganze Reihe von Straftaten verantwortlich gewesen sein sollen. Sechs junge Männer müssen am Mittwoch, 14. Oktober, auf der Anklagebank Platz nehmen.

Drei von ihnen sollen am 20. März maskiert in den NP-Markt in Oker gestürmt sein, so die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft. Mit einer Soft-Air-Pistole bewaffnet, die mittels Druckluft Plastikkugeln schießt, soll einer der Angeklagten auf eine Kassiererin gezielt und zu ihr gesagt haben: „Wenn ihr uns das Geld nicht gebt, seid ihr tot.“

Die NP-Mitarbeiterin habe ihm die Tageseinnahmen von 1300 Euro aus dem Tresorraum geholt. Doch damit nicht genug: Der Bewaffnete soll auch den Schlüssel für den Haupttresor gefordert haben. Als die NP-Mitarbeiterin gesagt habe, dass sie diesen Schlüssel nicht besitze, soll der Mann ihr zunächst gedroht haben, sie zu erschießen, dann aber mit seinen Komplizen und dem erbeuteten Geld geflüchtet sein. An der Planung und der Ausführung des Überfalls sollen alle sechs Angeklagten, zwischen 20 und 24 Jahre alt, beteiligt gewesen sein. Die 1300 Euro sollen sie in der Wohnung einer der Männer untereinander aufgeteilt haben. Ein Mitglied der Gruppe, ein 24-Jähriger, soll zudem am 7. März eine Aral-Tankstelle in Jürgenohl mit einer schwarzen Spielzeugpistole überfallen haben. Mit einer Wollmütze maskiert habe er vor dem Verkaufstresen die Waffe gezückt und den Angestellten gezwungen, die Geldscheine aus der Kasse zu holen und auf den Tresen zu legen, lauten die Vorwürfe.

Mit den erbeuteten 250 Euro soll der Maskierte dann geflüchtet sein. Derselbe Angeklagte soll am 9. April in der Nacht das Schaufenster eines Uhrengeschäftes in der Mauerstraße mit einem Vorschlaghammer zerstört und insgesamt 26 Uhren gestohlen haben, um sie zum Teil weiterzuverkaufen. Ein weiterer Angeklagter, 20 Jahre alt, soll zudem seine damalige Freundin sexuell genötigt haben. Ihm wird vorgeworfen, damit gedroht zu haben, Nacktbilder von der Frau zu veröffentlichen, wenn sie den Sex mit ihm ablehne. Aus Angst habe sie mit dem Mann geschlafen, der sie am 14. Juli auch noch nach einem Streit mehrmals mit der Faust geschlagen und an den Rippen verletzt haben soll.

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