Mund-Nasen-Schutz im Auto: So funktioniert Fahrschule in Corona-Zeiten
Sowohl Fahrschüler als auch Fahrlehrer tragen Mund-Nase-Schutz während der Fahrstunde. Bevor Hansjörg Gerke (rechts) in den Wagen einsteigt, muss er seine Maske noch richten. Foto: Potthast
Clausthal-Zellerfeld. Fahrschul-Wagen, in denen Maskierte sitzen – das ist derzeit ein übliches Bild. In das fügt sich beispielsweise auch Hansjörg Gerke mit seinen Kunden ein: Mund-Nasen-Schutz im Pkw, Plexiglas-Schild vor dem Gesicht während des Theorie-Unterrichts. Maßnahmen sind es, um eine weitere Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern. Seit rund drei Wochen zieht Fahrlehrer Gerke das nun schon durch – nachdem er Mitte März von jetzt auf gleich seine Fahrschule dichtmachen musste.
Eine Schülerin saß noch in seinem Fahrschul-Wagen, als Hansjörg Gerke erfuhr, dass er den Unterricht einstellen müsse – wegen der Corona-Pandemie.
Das Datum und die Uhrzeit hat er im Kalender markiert: 17. März um 9.15 Uhr. Es war der Tag, „an dem bei uns Lockdown war“. Etwa acht Wochen hielt der Zustand an. Für seinen fest angestellten Mitarbeiter meldete er Kurzarbeit an. Er selbst musste ans Ersparte. Hansjörg Gerke wusste die Phase aber auch gut zu füllen: Er räumte die Fahrschul-Garage auf, reinigte die Fahrzeuge – im Fuhrpark stehen drei Pkw und sieben Motorräder – und regenerierte. Vor allem aber hatte er als alleinerziehender Vater endlich mal ausgiebig Zeit für seinen dreieinhalbjährigen Sohn.
Seit 1998 ist er selbstständiger Fahrlehrer in Clausthal-Zellerfeld. Sein Hauptklientel sind Studenten. Als er im März alles runterschrauben musste, nahm er mit jedem seiner Schüler Kontakt auf – telefonisch, per E-Mail oder WhatsApp. 95 Prozent von ihnen setzen laut Hansjörg Gerke nun ihre Ausbildung fort. Statt zweimal pro Woche wird der Unterricht fünfmal angeboten, denn es können derzeit nur sieben gleichzeitig geschult werden. Sitzt der Fahrschüler im Auto, müssen er und der Fahrlehrer Mund-Nasen-Schutz tragen. Sitzen die Fahrschüler im Seminarraum, müssen sie den ebenfalls aufsetzen, der Fahrlehrer nimmt dann allerdings ein Acrylglas-Gesichtsschild.
„Die Schüler tragen’s mit Gelassenheit, die Akzeptanz ist groß“, so Hansjörg Gerke über die veränderten Bedingungen. Für ihn sei es schon eher anstrengend, „weil man als Fahrlehrer derjenige ist, der kommuniziert“. Auch wenn er es für möglich gehalten hätte, Motorradfahrer auch während der Corona-bedingten Restriktionen zu schulen. Denn der Abstand sei ja gegeben: Der Schüler auf dem Zweirad, der Fahrlehrer im Pkw hinter ihm. Er verstehe jedoch, dass die Regierung ihre Regeln habe durchsetzen müssen. „Eine Ausnahme für uns Fahrlehrer wäre da schwierig gewesen.“ Unter dem Strich kann er sagen, dass sein Unternehmen noch relativ gut durch die Krise gekommen sei.