Modernisierung mit 6,3 Millionen Euro veranschlagt
Tobias Festerling (Leiter Bahnhofsmanagement Braunschweig-Göttingen), Fritz Rössig (Abteilungsleiter Verkehr des Regionalverbandes Großraum Braunschweig) und Bürgermeister Ingo Henze freuen sich auf die anstehende Sanierung. Fotos: Neddermeier
Nach einer jahrelangen Hängepartie soll es jetzt endlich los gehen. Noch Ende des Monats soll der Spatenstich für die barrierefreie Modernisierung des Langelsheimer Bahnhofs erfolgen. Vertreter der Deutschen Bahn und des Regionalverbands Großraum Braunschweig haben mit Bürgermeister Ingo Henze und Vertretern der Ratsfraktionen jetzt symbolisch den Startschuss gegeben.
Langelsheim. „Das ist ein Tag, den wir lange herbei gesehnt haben, ein paar Jahre früher wären schön gewesen“, sagt Bürgermeister Ingo Henze beim gestrigen Termin am reichlich in die Jahre gekommenen Bahnhof. Henze, Tobias Festerling, Leiter des Bahnhofsmanagement Braunschweig/Göttingen der DB Station & Service AG, sowie Fritz Rössig, Abteilungsleiter Verkehr des Regionalverbandes Großraum Braunschweig, haben gestern Nachmittag symbolisch den Startschuss für die dringend notwendige Modernisierung des Langelsheimer Bahnhofs gegeben. „Langelsheim ist jetzt am Zug“, so Henze.
„Der endgültige Spatenstich durch die beauftragte Baufirma soll am 28. Juni erfolgen“, verspricht Festerling. Für dieses Vorhaben investiert der Bund im Rahmen des „Förderprogramms zur Attraktivitätssteigerung und Barrierefreiheit an Bahnhöfen“ rund 6,3 Millionen Euro. Zur Modernisierung des Langelsheimer Bahnhofs gehören der Bau eines neuen Hausbahnsteigs sowie eines Mittelbahnsteigs. Die Bahnsteige werden künftig jeweils eine Länge von 140 Metern und eine Höhe von 55 Zentimetern haben. Damit wird der angestrebte barrierefreie Zugang in die Züge möglich.
Im Rahmen der Arbeiten soll auch die alte Personenunterführung durch einen Neubau, der rund 20Meter östlich liegt, ersetzt werden. Diese neue Unterführung wird über zwei Aufzüge erreichbar sein. Jetzt sei man seitens der Bahn bestrebt, die denkmalgeschützte Einhausung eingangs des Hauptgleises zu erhalten. Zwar werde die Unterführung zugeschüttet – aber die Überdachung und das schmiedeeiserne Gestell sollen für einen neuen Wartebereich erhalten bleiben, so Festerling. Die genaue Umsetzung stehe noch nicht fest. In diesem Zusammenhang müsse man sich auch Gedanken machen, wie man Vandalismus und Schmierereien künftig wirkungsvoll begegnen könne, sagt Henze.
Das umfassende Maßnahmenpaket werde abgerundet durch zeitgemäße Beleuchtungsanlagen, moderne Bahnsteigausstattungen inklusive Fahrgastinformationssysteme sowie Wetterschutzanlagen auf beiden Bahnsteigen. Im Zuge der Vorbereitungen konnte Ende April im Rahmen der Baustelleneinrichtung mit dem Orchideenverein eine besonders geschützte Orchideenart aus dem Baufeld umgepflanzt werden.
„Moderne und kundengerechte Bahnhöfe sind unerlässlich für die Attraktivität des Systems Schiene. Auch für uns als Betreiber der Infrastruktur ist es wichtig, für alle Menschen einen einfachen Zugang zum Bahnfahren zu ermöglichen und damit die Mobilitätswende zu unterstützen“, betont Festerling.
Nur wenn alle Faktoren stimmen, wird der ÖPNV eine Alternative zum motorisierten Individualverkehr sein. „Dass das gelingen kann, dafür ist der Bahnhof in Langelsheim ein schönes Beispiel und dafür möchte ich allen Beteiligten herzlich danken“, findet Fritz Rössig.
Die neunwöchige Sperrung des Bahnhofs beginnt am Donnerstag, 1.Juli, und endet am Mittwoch, 1.September. Für diese Zeit ist ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Die Inbetriebnahme des barrierefreien Bahnhofs Langelsheim ist für Herbst 2022 geplant.
Dann werde man sich auch an die Neugestaltung des Vorplatzes machen, hieß es gestern. Der Baustart sei für 2023 vorgesehen, sagt Henze. Damit verbunden sei auch eine bessere Anbindung des Individualverkehrs – insbesondere der Radfahrer. Der Prozess der Ideenfindung für die Gestaltung des Vorplatzes ist bereits in vollem Gange.
Ein einfahrender Zug aus Richtung Goslar. Die Einhausung dahinter wird es nach der Sanierung nicht mehr geben.
Die denkmalgeschützte Einhausung zur derzeitigen Unterführung zum Mittelgleis soll erhalten bleiben, aufgewertet werden und künftig als Unterstand dienen.