Mit Jago verschwinden 60 Jobs
<p>Jago in Gittelde: Zum Warenlager gehörte auch ein Bürogebäude. Wegen der Schließung wurde allen 60 Mitarbeitern gekündigt. Foto: Niemann</p>
Gittelde. Der Online-Händler Jago hat sein Versand- und Rücksendelager in Gittelde geschlossen. Fragen zur Standortschließung beantwortete das Unternehmen allerdings nur spärlich.
Wie in einem Eilverfahren hat die Jago AG in vier Wochen ihren Standort in der Bahnhofstraße in Gittelde, der ehemaligen Fuba, Ende November geschlossen. Seit 2012 waren dort Callcenter, Rücksende- und Versandzentrum des Online-Versandhändlers angesiedelt. Allen 60 Mitarbeitern wurde gekündigt.
Die Bemühungen, einen Verantwortlichen ans Telefon zu bekommen oder eine Reaktion per E-Mail zu erhalten, gestalteten sich schwierig. Erst ein Mitarbeiter der Personalabteilung antwortete per Mail. Als Grund für die Aufgabe des Standortes wurde die Verlagerung des Versandes nach Hückelhoven und des Callcenters nach Serbien genannt.
Warum die Mitarbeiter erst vier Wochen vor der Schließung davon erfahren haben, wurde nicht beantwortet. Im Gespräch mit ehemaligen Mitarbeitern, die namentlich nicht genannt werden möchten, ist viel Kritik über den Arbeitgeber und die Arbeitsbedingungen zu hören. Generell soll eine hohe Fluktuation geherrscht haben.
Die Kündigungen seien ohne Begründung erfolgt, erklärt ein Windhausener, weswegen einige der Angestellten gegen die Kündigungen geklagt hätten. In einer Güteverhandlung hätten sie wenigstens eine kleine Abfindung für den Verlust ihres Arbeitsplatzes erhalten.
„Wir sind richtig enttäuscht und fühlen uns verheizt, unseres Wissens haben wir keine roten Zahlen geschrieben“, sagt eine ehemalige Angestellte.
Auf Nachfrage bei der Verwaltung der Gemeinde Bad Grund erklärte ein Verwaltungsmitarbeiter, dass Jago Eigentümer des Geländekomplexes sei. In dem Schreiben der Firma heißt es jedoch, dass Jago nur der Pächter sei. Die Frage nach einer Folgenutzung wurde von der Firmenzentrale nicht beantwortet.
Die Jago AG wurde im Jahr 2005 von Goran Jakovac als E-Commerce-Versandhandel gegründet. Laut Homepage des Unternehmens beschäftigt sie etwa 500 Mitarbeiter, agiert in 29 europäischen Ländern und hat ihren Hauptsitz in Stuttgart.