Zähl Pixel
GZ-Archiv

Millionen-Investition: Stadt Langelsheim saniert das nächste Wasserwerk

Für die Sanierung des Wasserwerks muss auf der Baustelle Platz geschaffen werden. Die Bagger bewegen dafür insgesamt rund 1600 Kubikmeter Erde. Die Modernisierung des Wasserwerks kostet etwa 1,8 Millionen Euro.  Fotos: Ciszewski

Für die Sanierung des Wasserwerks muss auf der Baustelle Platz geschaffen werden. Die Bagger bewegen dafür insgesamt rund 1600 Kubikmeter Erde. Die Modernisierung des Wasserwerks kostet etwa 1,8 Millionen Euro. Fotos: Ciszewski

Lautenthal. Nach der Komplett-Sanierung des Wasserwerks Waldhügel an der Innerstetalsperre, die im vergangenen Dezember nach drei Jahren ihren Abschluss gefunden hat, steht nun die nächste Millionen-Investition in die städtischen Anlagen zur Trinkwasseraufbereitung an. Das Wasserwerk in Lautenthal am Kranichsberg wird bis zum Jahr 2022 für rund 1,8 Millionen Euro modernisiert. Die Bagger haben in den vergangenen Tagen begonnen, die unterirdischen Wasserkammern freizulegen.

Dienstag, 11.08.2020, 17:12 Uhr

Im ersten Bauabschnitt sollen bis Ende des Jahres die beiden mächtigen Wasserbehälter mit einem Fassungsvermögen von jeweils 500 Kubikmeter saniert werden. Ein Großteil des Wasserwerks war bislang unter der aufgeschütteten Erde verborgen, deshalb muss zunächst eine Menge Erdreich bewegt werden. „Insgesamt rund 1600 Kubikmeter werden ausgebaggert“, erklärt Thomas Schrader vom Wasserwerk der Stadt Langelsheim.

Für die Bauarbeiten ist der Platz im Wald begrenzt. Es mussten zunächst einige Bäume weichen und das Gelände geebnet werden. Die beiden rund sechs Meter tiefen Wasserbehälter werden von außen komplett frei geschaufelt, bevor die Betonoberfläche der Behälter eine neue Abdichtung erhält. Danach wird die Erde wieder aufgefüllt und die Arbeiten werden im Innern fortgesetzt. In den Wasserkammern müssen beispielsweise die Fliesen abgeschlagen werden. „Die Bauweise der Kammern entspricht nicht mehr heutigem Hygienestandard, denn es könnte Wasser hinter die Fliesen dringen und sich dort Keime bilden“, erklärt der Bauamtsleiter Ralf Schönian.

Die Trinkwasserbehälter haben ein Fassungsvermögen von 500 Kubikmeter.

Die Trinkwasserbehälter haben ein Fassungsvermögen von 500 Kubikmeter.

Die Sanierung des Wasserwerks sei notwendig, weil das Gebäude sowie die gesamte verwendete Technik zur Aufbereitung nach 50 Jahren Betrieb altersbedingte Baumängel aufweisen. Neben der Grundsanierung der Wasserkammern sollen demnächst die Rohrleitungen im Innern des Gebäudes erneuert werden.

Die Arbeiten an den beiden Wasserbehältern sind nacheinander vorgesehen, sodass die Versorgung mit Trinkwasser nicht unterbrochen werden muss. In den kommenden zwei Jahren soll dann die Aufbereitungstechnik der Wasserenthärtung ersetzt werden. „Und anstelle einer UV-Anlage zur Hygienisierung des Stollenwassers wird eine leistungsfähigere Ultrafiltration eingebaut, die Viren, Keime und Bakterien sicher abfängt“, erklärt Schönian.

Auf der Hahnenkleer Straße verengen im Bereich der Laute Warnbaken die Straße.

Auf der Hahnenkleer Straße verengen im Bereich der Laute Warnbaken die Straße.

Das Erdreich, das für die Sanierungsarbeiten ausgebaggert wird, kommt zur Zwischenlagerung an den Wegesrand Richtung Gaststätte „Maaßener Gaipel“. Mit diesem Lagerplatz nahe der Baustelle werde vermieden, dass mehr Schwerlastverkehr als nötig über die Hahnenkleer Straße durch Lautenthal rolle, erklärt Schönian. Normalerweise gilt auf der Straße im Bereich der Laute eine Tonnage-Beschränkung von 7,5 Tonnen. Durch eine verkehrsbehördliche Anordnung ist für die Dauer der Bauarbeiten am Wasserwerk eine Ausnahmegenehmigung erteilt worden, sodass die großen Laster von und zur Baustelle in einem begrenzten Umfang rollen können. Außerdem sind Warnbaken aufgestellt, die zu einer Verengung der Straße auf nun eine Fahrbahn führen.

Die Tonnage-Beschränkung ist nach Angaben der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsstelle Goslar, bereits vor rund fünf Jahren für diesen Bereich der L516 angeordnet worden, erklärt Leiter Günter Hartkens. Der Grund dafür war, dass an der Stützmauer der Laute Schäden festgestellt worden seien, so Hartkens. Mithilfe von Tonnage-Beschränkung und Warnbaken sollte die Mauer entlastet werden. Auf die Frage, warum sich seit fünf Jahren dort nichts getan hat, führt Hartkens Personalprobleme an und räumt ein, dass die Maßnahme „nicht die höchste Priorität“ habe. Er fügt an, dass es vor einigen Jahren Abstimmungsgespräche mit der Stadt Langelsheim gegeben habe. „Eine wirtschaftliche Sanierung der Stützwand macht nur im Gesamtzusammenhang Sinn, sodass weitere Abstimmungen mit der Stadt Langelsheim erforderlich sind“, sagt Hartkens.

Dass die Hahnenkleer Straße nun durch die Baustelle am Wasserwerk wieder zu einer Engstelle wird, weil sich in den vergangenen fünf Jahren an der Laute-Mauer nichts getan hat, ist für Anwohner nur schwer nachvollziehbar. Mitarbeiter der Stadt berichten, dass einige Lautenthaler bereits ihr Unverständnis darüber zum Ausdruck gebracht haben.

Die Redaktion empfiehlt
Diskutieren Sie mit!