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Milliardendeal: Albemarle übernimmt Rockwood und Chemetall

Luke Kissam (li.) hält eine Rede vor der Belegschaft, die von einem Dolmetscher übersetzt wird.  Foto: Deshkin

Luke Kissam (li.) hält eine Rede vor der Belegschaft, die von einem Dolmetscher übersetzt wird. Foto: Deshkin

Langelsheim. Der Spezialchemiekonzern Albemarle aus den USA hat für 4,8 Milliarden Euro die Rockwood Holdings und die darin enthaltene Chemetall GmbH sowie Rockwood-Lithium übernommen.

Von Julia Deshkin Donnerstag, 05.02.2015, 20:00 Uhr

Eine unauffällige weiße Fahne flattert auf dem Dach des Verwaltungstraktes im Eingangsbereich des Industrieparks in Langelsheim. Erst bei genauem Hinsehen erkennt man das Logo und den Schriftzug des neuen Inhabers „Albemarle“. Der Spezialchemiekonzern hat vor gut drei Wochen einen Mega-Deal über die Bühne gebracht und für umgerechnet 4,8 Milliarden Euro die Rockwood Holdings mit Chemetall GmbH sowie Rockwood-Lithium, die unter anderem Standorte in Langelsheim betreiben, gekauft.

Die Beschäftigten sind bereits vor einigen Wochen von der Übernahme in Kenntnis gesetzt worden – außerhalb der Werkstore war bis Donnerstag allerdings nur wenig bis gar nichts nach außen gedrungen. Am 12. Januar war die Tinte unter dem Vertrag dann trocken.

Am Donnerstag war Albemarle-Chef Luke Kissam persönlich vor Ort, um sich der Belegschaft vorzustellen. Der Chief Executive Officer (CEO) kam, um sich einen Überblick vom Werk zu verschaffen und vor allem, um Fragen der Belegschaft zu beantworten. Denn seit Bekanntwerden der Kaufabsichten herrschte unter den Mitarbeitern Verunsicherung. „Was wird aus dem Standort Langelsheim?“, „Bleiben die Arbeitsplätze erhalten?“ – Fragen, die Kissam am Donnerstag bei der Mitarbeiterversammlung in der Werkskantine beantwortete.

„Natürlich werden wir nicht immer nur Entscheidungen treffen, die jedem gefallen werden“, antwortete Kissam auf die Frage des Betriebsratsvorsitzenden Michael Bachmann nach dem Erhalt der Arbeitsplätze. Bis Ende März sollen die Mitarbeiter darüber informiert werden, welchen Kurs das Unternehmen einschlagen will, an welchen Enden gespart werden soll und wie es mit jedem Einzelnen weitergeht.

Im kurzen Gespräch mit der GZ sagte Kissam nach der Versammlung, dass die laufenden Verträge der Mitarbeiter nicht angetastet werden und weiterlaufen wie bisher. Ob alle Arbeitsplätze erhalten bleiben, könne er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Ziel sei es jedoch, die Produktion in Langelsheim zu erweitern und für die nächsten 100 Jahre zu sichern.

Kissam zeigte sich beeindruckt vom Erscheinungsbild des Werkes. „Der Standort ist über 100 Jahre alt und sieht noch brandneu aus“, schwärmte der Amerikaner.

Das zeige ihm, dass die Menschen, die hier arbeiten, leidenschaftlich bei der Sache sind – anders sei es nicht möglich, diesen Standort so lange so gut in Schuss zu halten.

Nach einer Werksbesichtigung machte sich Kissam wieder auf nach Frankfurt. Von dort setzt er seine Tour durch die Rockwood-Standorte fort.

Rockwood und Chemetall gehören mit rund 800 Mitarbeitern zu den größten Arbeitgebern vor Ort.

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