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Merkwürdige Methoden: CvD-Lehrer unter Behördenaufsicht

An Niedersachsens Schulen bekommen die Kinder am Mittwoch Zeugnisse. Welche Noten verdiente wohl ein CvD-Lehrer, der schon seit Jahr(zehnt)en durch merkwürdige Methoden auffällt?

Von Frank Heine Dienstag, 28.01.2014, 20:00 Uhr

Seit Jahr(zehnt)en unter dem Strich sind nach Erfahrungen von ganzen Eltern-Generationen die Leistungen jenes Lehrers, der am CvD-Gymnasium unter anderem Physik unterrichtet. Nach nicht offiziell bestätigten GZ-Informationen hat sich nach dem jüngsten Fall die Landesschulbehörde eingeschaltet.

Anfang Dezember hatte er in einer siebten Klasse unter völliger Missachtung der gebotenen Chancengleichheit Schülern, die Smartphones und Taschenrechner dabei hatten, deren Benutzung während einer Klassenarbeit gestattet. Der Rest musste ohne Hilfsmittel arbeiten. Schon zuvor hatten die Eltern starke Vorbehalte gegen den Mann geäußert und ein Gespräch unter mediativer Begleitung des Vertrauenslehrers mit ihm geführt.

Nicht unwahrscheinlich, dass es das erste Mal gewesen wäre, wenn die Proteste tatsächlich gefruchtet hätten. Im Laufe der GZ-Recherche ergab sich das ungewöhnliche Phänomen, dass fast ausnahmslos alle Eltern, ehemalige Schülern sowie auch aktuelle Kollegen ihre spezielle Geschichte zu jenem Lehrer erzählen konnten, sobald auch nur dessen Name fiel.

Als Standard wären oftmals wochenlang nicht zurückgegebene oder gar verschwundene Klassenarbeiten zu nennen. Bisweilen seien die Klausuren mit Kaffeeflecken oder Spuren von Essensresten zurückgekommen.

Während seiner Zeit an einer Goslarer Orientierungsstufe habe er unbeirrt Tafel-Monologe gehalten, die seine jungen Schüler, die heute längst jenseits der 30 sind, beständig überfordert hätten. Proteste der Eltern seien ein steter Wegbegleiter, der Gang zum Vertrauenslehrer fast der Normalfall gewesen. Vielleicht nur zum Schmunzeln, als er im Vorjahr vor den Sommerferien in einer Sekundarklasse mündliche Noten an zwei Schüler verteilte, die bereits zum Halbjahr abgegangen waren.

Aber es gibt auch andere Stimmen, die all diese Defizite sehr wohl kennen, dem Mann aber eine tief empfundene, vielleicht nur falsch verstandene Schüler-Freundlichkeit nachsagen. Er bildet unter anderem Mediatoren für die Schule aus. Abstrafungen oder schlechte Noten seien nicht sein Ding. Kinder auf schmerzliche Defizite hinzuweisen ebenso wenig. Was wiederum dazu führe, dass Lehrer, die Klassen von ihm übernähmen, harte Grundlagenarbeit zu leisten hätten. Außerdem spiele ein nicht leichtes familiäres Umfeld eine Rolle.

Was passiert jetzt? Direktorin Barbara Reichert will, ja darf nichts sagen, weil es sich um eine Personalsache handelt. Allgemeine Frage: Welche Mittel gibt es in einem theoretischen Fall, einen Lehrer wieder auf Kurs zu bringen – oder, wenn alles nichts fruchtet – ihn sogar loszuwerden? Gespräche mit Kollegen, Unterrichtsbesuche durch die Schulleitung, Einschalten des Fachberaters und der Schulbehörde. Die Antworten kommen fix, als habe Reichert die ganze Palette erst kürzlich exerziert.

Hat sie wohl tatsächlich auch müssen: Nach GZ-Erkenntnissen darf nach Rücksprache mit der juristischen Abteilung der Landesschulbehörde besagte Physik-Arbeit nicht gewertet werden. Die Behörde will demnach künftig auch den Unterricht des Mannes besuchen, der für eine Stellungnahme am Montag und Dienstag nicht zu erreichen war und nach dem Halbjahr mit einem Teil seiner Stunden nach Seesen abgeordnet ist. Aber ob es dort wirklich besser wird?

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