Mehr Übergriffe gegen Mitarbeiter von Behörden
Goslar. Die Kreisverwaltung Goslar beklagt zunehmende Übergriffe gegen Verwaltungsmitarbeiter.
„Bereits seit Jahren ist zu beobachten, dass Übergriffe verbaler, aber auch tätlicher Art zunehmen.“ So steht es in einer Antwort der Kreisverwaltung auf eine Anfrage der AfD, die am Montag im Kreistag beantwortet wurde. Landrat Thomas Brych sprach sogar von einer „deutlichen Zunahme der Bedrohung“. Es gebe außerdem Fälle von Nötigung.
Betroffen sind Mitarbeiter in der Kreisverwaltung, beim Jobcenter, beim Rettungsdienst und der Abfallwirtschaft. Tätliche Angriffe und Bedrohungen von Leib und Leben blieben aber eine Ausnahme.
2014 seien gegen zwei Besucher der Kreisverwaltung Hausverbote ausgesprochen worden, 2016 waren es fünf. In diesem Jahr wurde der Mitteilung zufolge bislang ein Hausverbot verhängt worden.
Im Jobcenter seien wegen Angriffen, Bedrohungen und Beleidigungen seit 2014 zwölf Hausverbote ausgesprochen worden. Bei den Kreiswirtschaftsbetrieben wurden in den vergangenen drei Jahren vor allem Beschimpfungen von Mitarbeitern der Abfallwirtschaft registriert, heißt es. Der Landrat berichtete zudem, die Mitarbeiter würden häufig „gleich geduzt“.
Beim Rettungsdienst habe es in den vergangenen drei Jahren zwei Anzeigen wegen Körperverletzung von Mitarbeitern gegeben. Registriert wurden zudem acht Beleidigungen.
Brych berichtete, es gebe aus Sicherheitsgründen entsprechende Anweisungen. Büros mit Kundenkontakt zum Beispiel sollten grundsätzlich doppelt besetzt werden, Besucher würden grundsätzlich nur im Erdgeschoss empfangen.
Außerdem gebe es Trainingsangebote und Fortbildungen, um kritische Situationen zu entschärfen. In der Verwaltungsvorlage wird auf einen tödlichen Fall beim Landkreis Hameln-Pyrmont hingewiesen und auf die Regelungen zur Gewaltprävention. „Das ist bei uns bereits umgesetzt“, sagte Brych weiter. oli