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Mariaspring Heimvolkshochschule bietet Deutschkurse an

So sieht es zu „normalen“ Zeiten im Mariaspring-Sprachenzentrum aus: Zwischen 350 und 400 angehende Studierende aus aller Welt lernen hier Deutsch. Derzeit ist nur ein Teil des Unterrichtes vor Ort möglich.  Archivfotos: Römhild

So sieht es zu „normalen“ Zeiten im Mariaspring-Sprachenzentrum aus: Zwischen 350 und 400 angehende Studierende aus aller Welt lernen hier Deutsch. Derzeit ist nur ein Teil des Unterrichtes vor Ort möglich. Archivfotos: Römhild

Clausthal-Zellerfeld. Deutsch lernen im Oberharz ist beliebt. Boris Brokmeier, Leiter der Mariaspring Heimvolkshochschule, muss inzwischen mit Wartelisten arbeiten, weil er gar nicht alle Sprachschüler aufnehmen kann, die gern in seine Einrichtung kommen würden. 425 angehende Universitäts-Studierende waren im Dezember an der Sprachschule in der ehemaligen Calvör-Schule im Pulverweg angemeldet.

Mittwoch, 15.01.2020, 14:47 Uhr

Für die Einheimischen sind die kleinen Grüppchen ausländischer Studierender, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad in Richtung Zellerfeld unterwegs sind, schon ein vertrautes Bild. Anfang Januar starteten die neuen Kurse.

{picture1s} „Wer sich aus dem Ausland um ein Studium an der TU Clausthal bewirbt, bekommt erst mal eine bedingte Zulassung“, erklärt Brokmeier. „Und wer schließlich den bestandenen Deutschkurs der Stufe C1 nachweisen kann, darf mit dem Studium beginnen.“

Davor liegt eine Menge Arbeit für die jungen Menschen, die zumeist aus Afrika und Asien kommen. Neun Monate lang stehen täglich fünf Stunden Unterricht und jede Menge Hausaufgaben auf dem Programm. Deutsch ist von Anfang an Unterrichtssprache. „Nur in den allerersten Grundkursen darf man sich im Ausnahmefall auch mal mit Englisch behelfen“, so Brokmeier.

Fast vierzig Lehrkräfte aus der ganzen Region sind an der Schule tätig, viele von ihnen freiberuflich. Achtzehn Kurse werden jeden Tag angeboten; und so herrscht auf den Fluren der Schule während der Pause lebhaftes Treiben.

Bevor die Sprachschule in die Räume am Pulverweg einzog, stand das Gebäude sieben Jahre lang leer. Dann war es eine Win-win-Situation für drei Partner: Die Liegenschaft des Landkreises Goslar fand einen Privatinvestor aus Buntenbock, und dieser Eigentümer mit Mariaspring einen Mieter, der dringend mehr Unterrichtsräume brauchte. Auf 900 Quadratmetern findet jetzt interkultureller Austausch statt.

„Es ist schön zu sehen, wie die unterschiedlichen Kulturen sich besser kennenlernen“, sagt Nicole Gründler, die mit ihrer Kollegin Kristin Sekler die Verwaltung organisiert. „Neulich haben die Chinesen gefragt, warum sich die Araber in der Pause immer streiten. ‚Wir streiten doch nicht‘, erklärten die dann. ‚Wir haben nur über das Wetter diskutiert.‘ Und dabei geht es eben mitunter etwas lauter zu als bei den zurückhaltenden Asiaten.“

Und wie ist es mit politischen Unterschieden? „Wir hatten schon Syrer, die am Anfang gar nicht miteinander geredet haben. Am Ende haben sie sogar ein Referat zusammen gehalten. Die Schule gibt ihnen einen geschützten Raum, in dem sie ohne Angst diskutieren können.“

Intensive Betreuung durch die TU, kurze Wege und nicht zuletzt günstige Mieten machen Clausthal zum attraktiven Studienort, weiß Brokmeier. Und damit sich die jungen Frauen und Männer noch besser zurecht finden und weniger fremd fühlen, plant er auch über den reinen Spracherwerb hinaus. Bald soll ein Projekt zur Integration und zum Zusammenleben im Harz starten.

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