Lebt in Wieda wirklich keine Sau mehr?
Windschweine sind in Wieda weiter ein Problem. Foto: Forstamt
Hat die Schweinerei in Wieda jetzt ein Ende? Der kleine Ort mit seinen 1300 Einwohnern kam in den vergangenen Monaten medial groß raus, weil es von Wildschweinen heimgesucht wurde.
Das Dorf wurde nach dem Empfinden Einheimischer von Wildschweinen geradezu belagert. Jetzt meldet das Forstamt eine erfolgreiche Jagd. Der Ort sei wildschweinfrei.
In den vergangenen Monaten berichtete nicht nur die ansässige Heimatzeitung aus Wieda. Plötzlich kam das Fernsehen, und selbst „Wald und Hund“, ein Fachmagazin für Waidmänner, schrieb über die Sauerei im Harz.
Der ehrenamtliche Bürgermeister Klaus-Erwin Gröger hatte monatelang über umgepflügte Vorgärten und Grünflächen geklagt, die wie Äcker aussahen, während die Forstverwaltung Jagderfolge meldete. Sogar eine Art Bürgerwehr gegen die vierbeinigen Besucher bildete sich, um die Tiere aus dem Ort zu treiben. Nun darf erst mal nicht mehr gejagt werden. Seit Februar gilt für Schwarzwild, wie der Jäger Wildschweine nennt, aber auch für Rehe und Hirsche Schonzeit. In der beendeten Jagdsaison haben die Jäger aus dem Forstamt Bad Lauterberg, das von dem Altenauer Hubertus Köhler geleitet wird,303 Wildschweine erlegt. Zuvor waren es jeweils 176 und 244 Tiere. Allein um Wieda herum seien 75 Tiere erschossen worden.
Dennoch glauben die Verantwortlichen in Wieda nicht an die Nachricht vom wildschweinfreien Ort. Mittlerweile hat sogar die große Politik das Sauproblem entdeckt.
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Roy Kühne hatte am Freitag zum Krisengespräch geladen, mit Ortsbürgermeister Gröger, dem in Braunlage lebenden Walkenrieder Samtgemeindebürgermeister Dieter Haberlandt, Forstdirektor Köhler und zwei Förstern. Just zu der Zeit habe ein aufmerksamer Wiedaer am Käseberg, der am Ortsrand liegt, eine Rotte Wildschweine entdeckt. Kein Wunder, dass Haberlandt nicht zufrieden ist. „Das Problem ist nicht beseitigt, das Schwarzwild ist noch da“, beklagt er.
Wie geht es nun weiter, schließlich ist Schonzeit? Von außen betrachtet, kann festgestellt werden, dass seit der großen Schweinerei in Wieda im Verhältnis zwischen Forst und den Wiedaern irgendwie der Wurm drin ist. Seit Monaten liegt der Ortsbürgermeister mit der Forstverwaltung im Clinch.
Gröger wirft den Jägern vor, gegen die Sauerei nur halbherzig vorgegangen zu sein. Schon bald soll es eine Informationsveranstaltung geben, um über die Schweine-Invasion zu sprechen, das hat die Kühne-Runde am Freitag ergeben. Auf die Fach- und Waidmänner von der Forst wollen sie sich in Wieda aber nicht verlassen. Dieter Haberlandt sagt, „neutrale Wildschweinexperten“ würden eingeladen.