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Lebensräume für Kammmolch und Geburtshelferkröte

Ein neu angelegtes Gewässer im Nordharz.  Foto: Privat

Ein neu angelegtes Gewässer im Nordharz. Foto: Privat

Harz/Hannover. Mit finanzieller Unterstützung der EU hat der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) im Kreis Goslar rund 50 Gewässer renaturiert und angelegt, um gefährdeten Amphibienarten wie Gelbbauchunke, Geburtshelferkröte, Kreuzkröte und Kammmolch zu helfen. Beteiligt war auch die Untere Naturschutzbehörde beim Landkreis Goslar.

Dienstag, 28.04.2020, 17:04 Uhr

„Alle der genannten Amphibienarten sind stark in ihrem Bestand bedroht, die Gelbbauchunke ist im Landkreis sogar verschollen. Die Hilfsmaßnahmen sind überfällig und bieten eine große Chance, die wir gern ergriffen haben“, sagt Rainer Schlicht, der beim Landkreis für die Naturraumentwicklung verantwortlich ist. 500.000 Euro gibt es von der EU für das vor zwei Jahren begonnene Vorhaben, das sechs weitere Jahre läuft.“ Die Projekte sind vielfältig. Zwei ehemalige Kiesabbaustätten an der Innersten in Bredelem, die vom Nabu gekauft wurden, wurden für Amphibien hergerichtet. Die Helfer haben zugewachsene Gewässer von der Vegetation befreit und vertieft. Mit dem Aushub wurden Versteckplätze und Überwinterungsmöglichkeiten geschaffen. Im Bereich des Salzgitterschen Höhenzugs haben die Umweltschützer in der ehemaligen Erzgrube Barley und am Hirschberg Kleingewässer saniert und Steinschüttungen als Versteckplätze für Geburtshelferkröte und Kammmolch angelegt.

Außerdem konnten im Okertal bei Lengde noch elf Kleingewässer für den dort vorkommenden Kammmolch angelegt werden. Im Diabas-Steinbruch Wolfshagen wurde im vorigen Jahr bereits Flächen entbuscht und Kleingewässer für die Geburtshelferkröte angelegt, der Einsatz war eine Kooperation mit den Landesforsten, dem Landkreis Goslar und dem Naturwissenschaftlichen Verein Goslar.

Einige Gewässer wurden mit Teichmönchen ausgestattet, sie regeln den Wasserstand und verhindern den Aufstieg von Fischen in die höher gelegenen Gewässer. Fische gehören zu den Fressfeinden vieler Amphibienlarven und waren zu Beginn der Maßnahmen in hoher Anzahl in den größeren Gewässern vorzufinden, teilt der Nabu Niedersachsen mit.

„Für viele Amphibienarten ist es wichtig, dass Gewässer zeitweilig trockenfallen, um wieder optimale Bedingungen zur Entwicklung ihrer Larven ohne Fressfeinde vorzufinden“, sagt Dr. Falk Eckhardt, der im Nabu-Team die Umsetzung koordiniert. Während der Arbeiten wurden die Fische in die großen tieferen Gewässer umgesetzt, erklärt er.

Weitere Artenschutzarbeiten werden in den kommenden sechs Jahren folgen. Sie werden zu 60 Prozent von der EU finanziert, als Kofinanzierer sind unter anderem das Land Niedersachsen, der Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, die Bingo-Umweltstiftung und der Kreis Goslar beteiligt.

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