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Lautenthal: Flut verursacht Straßenschäden

Die Häuser direkt an der Laute sind besonders stark betroffen.

Die Häuser direkt an der Laute sind besonders stark betroffen.

Lautenthal/Lutter/Schladen. Das Bischofsthal ist weiterhin betroffen. Lutter und Schladen ziehen Konsequenzen aus der Überschwemmung.

Freitag, 28.07.2017, 17:34 Uhr

In Lautenthal sind erhebliche Schäden an der Straße Bischofsthal zu beklagen. Gestern sprudelte das Wasser aus dem Kroatenbach nach wie vor über die Fahrbahn, die Rohre darunter waren dicht, das Wasser suchte sich seinen Weg und ergoss sich über die Asphaltdecke. Bagger brachen die Straße auf, und das Wasser, das sich dort sammelte, nahmen Pumpen auf. Die Rohre seien kaum frei zu halten, sagte Langelsheim Stadtbrandmeister Matthias Brunke. Auch Spülungen brachten keinen durchschlagenden Erfolg. Die Schäden an der Straße sind noch nicht abzusehen.

Lautenthals Ortsbrandmeister Joachim Himstedt sichtete gestern, was das Wasser aus der Laute in einem Haus direkt am Fluss angerichtet hatte. Die Bewohnerin war verzweifelt, die Wohnräume standen zuvor einen halben Meter unter Wasser, die Schäden sind immens. Die Laute fließt nach wie vor über die Ortsdurchfahrt, weil der Durchlass verstopft ist. Rechts und links hatten Einsatzkräfte und Helfer Deiche aufgeschoben, damit nicht erneut die Straße geflutet wird. Die Solidarität im Ort ist groß. Der Schnitzelkönig und das Hotel „Grüne Tanne“ haben Einsatzkräfte kostenlos versorgt.

Auf der anderen Seite der Laute hat Wolfgang Mittendorf das Mobiliar an die Straße gestellt. Auch bei ihm stand das Wasser rund 30 Zentimeter hoch. Den Teppich hatte er herausgerissen. Mittendorf ist selber Feuerwehrmann, der Schaden in seinem Haus war bereits angerichtet, als er am Mittwoch um 6 Uhr von einem Einsatz heimkam.

Während viele Hauseigentümer Verwüstungen zu beklagen haben, hat das Hochwasser die städtischen Gebäude weitgehend verschont. Wasserschäden seien an der Grundschule Lautenthal und der Kita Wolfshagen zu beklagen, so Axel Heine, allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters.

Die Pressegruppe der Kreisfeuerwehr berichtete am Donnerstagabend von 341 Kräften, die im Stadtgebiet von Langelsheim 175 Einsatzstellen abarbeiteten. Darunter waren auch 110 Kräfte der Kreisfeuerwehrbereitschaft Peine.

Axel Heine sagte gestern, dass die Stadt Kosten, die durch die Einsätze entstanden sind, den Hausbesitzern nicht in Rechnung stellt. Auf die Frage, ob der Katastrophenalarm durch den Landkreis schon früher hätte ausgelöst werden sollen, wollte er keine Antwort geben. Denn: Eine solche Entscheidung ziehe sowohl Vor- aber auch Nachteile nach sich, die sich vielleicht sogar für jede einzelne, betroffenen Kommune unterschiedlich darstellen.

Eine Einschätzung der Schäden für die Samtgemeinde Lutter lieferte die Vertreterin des Bürgermeisters Heike Ahrens: „Beziffern können wir zu diesem Zeitpunkt noch nichts. Besonders bezüglich privater Haushalte ist das schwierig. Die Einsätze in Privathaushalten wird man den Eigentürmern jedenfalls nicht in Rechnung stellen.“ Die Feuerwehr sei eine Einrichtung der Kommune, zu deren Selbstverständnis es gehöre, in solchen Notsituationen Hilfe zu leisten. Weitere Hilfsprogramme zur Unterstützung der durch die Flut Geschädigten, seien nicht vorgesehen.

„Man muss sich fragen, ob man sich vor solch extreme Wassermassen, wie sie in den vergangenen Tagen gefallen sind, überhaupt schützen kann“, sagte Ahrens außerdem im Bezug auf den künftigen Hochwasserschutz in der Samtgemeinde. Gespräche darüber würde es nach der Rückkehr des Bürgermeisters geben. Während sie die gute Zusammenarbeit der Helfer vor Ort lobt, könne man den Verantwortlichen beim Landkreis bezüglich des Zeitpunktes, zu dem der Katastrophenalarm ausgelöst wurde, nichts vorwerfen. „Ich spreche hier natürlich nur für Lutter, das nicht so stark betroffen war, wie andere.“

In Schladen und Hornburg, die zum Landkreis Wolfenbüttel gehören, hatte man bereits am Dienstagmorgen vorsorglich damit begonnen, Sandsäcke zu füllen. Vertreter des Landkreises seien rechtzeitig vor Ort gewesen. „Die Abschnittsleiter waren frühzeitig beteiligt, sodass wir am Mittwoch um 13 Uhr bereits die gesamte Kreisfeuerwehrbereitschaft Ost mit drei Fachzügen zur Unterstützung einsetzen konnten“, so Bürgermeister Andreas Memmert. Kosten für die Feuerwehreinsätze werde man keinem privaten Hausbesitzer in Rechnung stellen. Darüber hinaus helfe man weiter beim Auspumpen von Kellern. Ministerpräsident Weil, der am Donnerstag Hornburg besucht hatte, kündigte gestern an, dass das Land unbürokratische Wege aufzeigen wolle, wie Hochwassergeschädigte unbürokratische Soforthilfe bekommen können. Memmert hatte diese beim Treffen mit Weil angesprochen. „Ich habe Herrn Weil auch gebeten, unser ILE-Pilotprojekt „Flussgebietsmanagement Nördliches Harzvorland“ intensiver beim Flächenmanagement zu unterstützen.“

Ein Video aus Lautenthal finden Sie auf der Homepage der Goslarschen Zeitung. Der QR-Code auf der rechten Seite führt Sie dorthin.

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