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Langelsheim droht Flaute bei Windkraft

Langelsheim droht Flaute bei Windkraft

Die Stadt fühlt sich bei der Energiewende ausgebremst. Zwei für Windräder vorgeschlagene Flächen wurden vom Zweckverband Großraum Braunschweig (ZGB) im Entwurf stark reduziert.

Von Jörg Ciszewski Dienstag, 03.12.2013, 20:00 Uhr

Die Stadt ist besorgt, dass sich in Langelsheim kaum neue Windräder drehen dürfen und damit zusätzliche Gewerbesteuern nur spärlich fließen. Der Grund: Der Zweckverband Großraum Braunschweig (ZGB) hat die von der Stadt vorgeschlagenen Windpotenzialflächen geprüft – und stark reduziert.

Dabei handelt es sich im Wesentlichen um zwei Flächen, eine westlich des Stadtteils Langelsheim und eine nordwestlich von Bredelem, beide sind von der Stadt für die Änderung des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) beim ZGB eingebracht worden. Das Areal bei Langelsheim wurde vom Verband aus Gründen der Wahrung des Landschaftsbildes komplett verworfen, die vorgeschlagene Potenzialfläche bei Bredelem wurde stark reduziert. Für Langelsheims Baumamtsleiter Ralf Schönian ist das nur schwer nachvollziehbar. „Das Gebiet bei Bredelem wurde im Laufe der Prüfung immer weiter eingedampft. Zwischenzeitlich war es sogar ganz verschwunden.“ Er hofft, dass es noch Entscheidungsspielraum gibt und in Braunschweig die besonderen Belange der Stadt Langelsheim Berücksichtigung finden.

Verblieben ist letztendlich ein kleines Areal bei Bredelem, das Raum für zwei bis drei Windräder bieten würde. Es wird angenommen, dass pro Windrad rund 20.000 bis 30.000 Euro Steuern pro Jahr in die Stadtkasse fließen würden.

Ausschlaggebend für die Reduzierung des Gebiets seien die Nähe zum Naturschutzgebiet Appelhorn sowie Vorkommen des Rotmilan im Südwesten, des Schwarzstorchs und eine teilweise Überlagerung der Fläche durch den 5-Kilometer-Abstandspuffer zum Harz.

Der ursprüngliche Flächen-Vorschlag wies eine Größe von 403Hektar auf, verblieben sind nur noch rund 140 Hektar. Da die Fläche im Schnittgebiet der Kommunen Langelsheim, Lutter und Liebenburg liegt, verblieben im Langelsheimer Gebiet lediglich rund 45Hektar. Deshalb bittet die Stadt den Verband um „Überprüfung der im Entwurf dargelegten Erkenntnisse“.

Im derzeit laufenden Beteiligungsverfahren will sich die Stadt mit einer Stellungnahme nochmals Gehör verschaffen und hofft auf einen Kompromiss. Lange hätten die Vögel im Prüfverfahren des ZGB keine Rolle gespielt, sagt Schönian. „Wir haben die Hoffnung, dass es noch Raum für einen Kompromiss gibt.“ Denn die Stadt fürchtet Standortnachteile im Vergleich mit den Nachbarkommunen und Nachteile für seine Industrie- und Gewerbebetriebe. Die Stellungnahme der Stadt soll in den nächsten Tagen auf den Weg gebracht werden. Ein Ergebnis aus Braunschweig ist geplant für das dritte Quartal 2014.

Derweil habe der Windparkentwickler Prokon schon Vorverträge mit Grundeigentümern geschlossen, berichtet Bredelems Ortsbürgermeister Wilhelm Wedde. Die Feldinteressenschaft müsste noch zustimmen, damit die dortigen Wege genutzt werden können. Doch müsse jetzt in Ruhe analysiert werden, welche Variante umgesetzt wird.

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