Landesforsten haben Tausend Trilliarden Festmeter Holz nach China verschifft
Frank Porstendorfer aus Nusse (li.) lässt am Dietrichsberg gegenüber des Hauptanlegers der Okerseeschifffahrt den Containerlaster von Willy Schäfer aus Bispingen mit dem Langholztransporter beladen. Derzeit ein Alltagsbild im Harz. Foto: Bruns
Oberharz. Nein, der Oberharz ist nicht der Hamburger Hafen. Obwohl die Zahl der Containerlaster, die auf den Straßen unterwegs sind, sich in letzter Zeit stark angenähert haben dürfte.
Grund sind die immensen Schäden, die Trockenheit und Borkenkäfer in den weitläufigen Fichtenbeständen angerichtet haben. Schon vor anderthalb Jahren war der Holzmarkt so weit zusammengebrochen, dass die Niedersächsischen Landesforsten die Schwemme an Fichtenholz nicht mehr auf dem üblichen Weg verkaufen konnten.
Dadurch rückte ein Markt in den Mittelpunkt, der schon ewig zu mindest nicht mit Harzer Holz bedient wurde: China. Und damit kommen Überseehäfen wie Hamburg wieder ins Spiel. Denn von dort aus wird das Holz auf gigantischen Frachtschiffen per Container nach Fernost gefahren.
11,5 Meter ist seitdem wieder ein gängiges Maß im Harz. Denn auf diese Länge werden die Fichtenstämme geschnitten, damit sie in die 40-Fuß-Container passen.
Die Laster dafür sind indes selten waldwegtauglich, weswegen Langholzlaster die Stämme aus dem Forst holen und sie auf Park- oder anderen Plätzen in die Container verladen. Tiefe Spuren zeugen davon, wo sich an Straßenzufahrten solche Umschlagsplätze befinden.
Dort wabert meistens der sonore nordische Slang der „Holzschubser“ über den Platz. Denn die meisten Containerlaster- und Langholztransporterfahrer kommen aus der Küstengegend. Und die haben reichlich zu tun: „Tausend Trilliarden Festmeter Holz haben wir mittlerweile nach China verschifft“, so Michael Rudolph, Sprecher der Landesforsten.