L504 soll fünf Monate gesperrt bleiben
Bei der Flut 2017 wurde die Brücke zum Kräuterpark weggerissen und die Stützmauer zur L 504 beschädigt. Nun wird nur noch die talabwärts liegende Brücke (im Hintergrund) genutzt, die Stützmauer wird unter dreimonatiger Vollsperrung saniert. Foto: Bruns
Altenau. Erneut wird eine Verkehrsader nach Altenau längerfristig gekappt. Dieses und kommendes Jahr soll die Landesstraße 504 (Steile-Wand-Straße) nach Torfhaus für insgesamt fünf Monate voll gesperrt werden. Das teilte jetzt Günter Hartkens, Leiter des Goslarer Geschäftsbereichs der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, mit.
Grund sind zwei Schadstellen an den Stützmauern zum Fluss Altenau, der parallel zur Straße fließt. „Wenn die Planungen so laufen, wie wir uns das vorstellen“, sagt Hartkens, „dann werden wir den Bereich am Kräuterpark in der zweiten Jahreshälfte sanieren.“ Das bedeute, dass die Straße wegen der Bauarbeiten drei Monate lang voll gesperrt werden müsse.
Die zweite Schadstelle liegt rund 900 Meter talaufwärts auf Höhe der Ferienhaussiedlung. Dort geht Hartkens davon aus, dass die Bauarbeiten in der ersten Jahreshälfte 2020 starten und eine rund zweimonatige Vollsperrung mit sich bringen. Für beide Maßnahmen veranschlagt er die Kosten auf gut 300.000 Euro.
Konkret geworden sind die Planungen in den vergangenen Tagen, weil die Kurbetriebsgesellschaft (KBG) vergangene Woche davon Abstand genommen hat, den Apotheker-Böttger-Stieg wiederherzustellen. Die Fußgängerbrücke war der Zugang zum Kräuterpark, bis sie beim Juli-Hochwasser 2017 weggerissen werden musste.
Der Wiederaufbau und vor allem der Unterhalt sei zu teuer, so KBG-Geschäftsführerin Bettina Beimel. Vor allem vor dem Hintergrund, dass 15 Meter weiter flussabwärts eine weitere Brücke existiert, die sich ebenfalls im Besitz der KBG befindet.
„Wir machen aus dem Provisorium den Standard“, so die Geschäftsführerin. Dass die Straßenbaubehörde allerdings nun mit dem Wissen, keine Brücke in die Stützmauer integrieren zu brauchen, eine so lange Bau- und Vollsperrungszeit veranschlagt, hat auch sie gestern überrascht.
„Wir sind da in Altenau ziemlich gebeutelt“, sagt Beimel und erinnert an die jahrelange Sperrung der Bundesstraße 498 nach Goslar, als die Weißwasserbrücke über die Okertalsperre saniert wurde, und an die über zwei Jahre laufende Sperrung der Kreisstraße 38 nach Clausthal-Zellerfeld. Touristisch sei das Kappen der Verbindung zwischen Altenau und Torfhaus noch durch Umleitungen über Sonnenberg und Dammhaus zu ertragen. Doch besonders hart treffe es den Kräuterpark, ist sich Beimel sicher.
Entsprechend erzürnt reagierte gestern dessen Betreiber Frank Grabowksi auf die Nachrichten. „Das ist geschäftsschädigend“, macht er seine Meinung klar. 40 bis 50 Prozent der Besucher würden in den Kräuterpark kommen, weil sie ihn beim Vorbeifahren entdecken.
„Und wenn die Straße voll gesperrt wird, kann man auch unsere Parkplätze nicht erreichen. Sollen die Leute unten im Ort parken?“, fragt Grabowski rhetorisch. Wenn die Sperrung in der Hauptsaison zwischen Mai und Oktober käme, könne er den Laden dichtmachen. Dabei habe er von Ingenieuren zu hören bekommen, dass eine Sanierung durchaus auch mit einer halbseitigen Sperrung der Straße möglich sei.
Altenaus Ortsbürgermeister Alexander Ehrenberg macht seinem Unmut ebenfalls Luft. Weniger wegen der langen Vollsperrungen, gegen die man sich eh nicht wehren könne. Er habe vielmehr der Straßenbaubehörde erst noch weitere Schadstellen zeigen müssen, die sie nicht entdeckt hätten, und bereits vor rund vier Jahren auf die marode Stützmauer auf Höhe der Ferienhaussiedlung aufmerksam gemacht. Aber jetzt erst tue sich etwas. „Ich kann nur den Kopf schütteln über diese Prozesslängen“, so Ehrenberg.