Klinik-Personal ist mit Corona infiziert
Die vier mit dem Corona-Virus infizierten Patienten befinden sich derzeit in isolierten Zimmern innerhalb der Herzog-Julius-Klinik am Kurpark. Die sieben Mitarbeiter, die ebenfalls positiv getestet wurden, in häuslicher Quarantäne. Die Barbarossa-Klinik im Badepark steht unterdessen weiterhin für die Aufnahme von Krankenhaus-Patienten bereit. Foto: Exner
Bad Harzburg. Vier Patienten und sieben Mitarbeiter der Herzog-Julius-Klinik für Konservative Orthopädie und Rehabilitation haben sich mit dem Corona-Virus infiziert.
Darüber hatte der Landkreis Goslar die Öffentlichkeit bereits am Sonntagabend in Kenntnis gesetzt, am Montag haben Prof. Dr. Horst Hummmelsheim als medizinischer Leiter der Klinik und Verwaltungschefin Annette Bothe über den Stand der Dinge informiert.
Alle vier Reha-Patienten befinden sich in isolierender Quarantäne in der Klinik, die infizierten Mitarbeiter sind in häuslicher Quarantäne, so Prof. Hummelsheim. Bisher zeichne sich bei keinem der Betroffenen ein schwerer Krankheitsverlauf ab, der etwa die Verlegung in ein Krankenhaus erfordern würde. Allerdings sei aus medizinischer Sicht eine „weitere Beobachtung der Patienten als sinnvoll“ erachtet worden, erklärt Hummelsheim.
Das Personal der Michels-Kliniken, wozu auch die Herzog-Julius-Klinik gehört, sei schon vor Wochen intensiv geschult und auf CoronaFälle wie diesen vorbereitet worden. Nun sei Bad Harzburg der erste Standort, an dem für die Michels-Gruppe dieser Ernstfall tatsächlich eintrete, fügt der medizinische Leiter hinzu.
Bei den betroffenen Patienten war nach dem Auftreten der vom Robert-Koch-Institut benannten medizinischen Symptome von der Klinik ein Test auf das Virus veranlasst worden. Als das Testergebnis den Verdacht bestätigt hatte, wurde eine sofortige Isolierung veranlasst. Die vier Personen werden seitdem in ihren Zimmern, die auch über einen eigenen Nasszellenbereich verfügen, separiert und werden vom Klinikpersonal entsprechend in Schutzkleidung betreut und versorgt. Außerdem wurden sämtliche Kontaktpersonen der Betroffenen gelistet – darunter natürlich auch das Personal der Herzog-Julius-Klinik.
Nach einem Corona-Test für alle Mitarbeiter wurden sieben weitere Infizierungen festgestellt. Der genaue Verlauf der Infektionskette sei allerdings nicht mehr nachvollziehbar, sagt Prof. Hummelsheim. Die Betroffenen befinden sich seit dem Wochenende in häuslicher Quarantäne, die – genau wie für die Patienten – zwei Wochen dauern wird.
Alle Mitarbeiter, deren Testergebnis negativ ausfiel, müssen trotzdem in den kommenden 14 Tagen ein Symptom-Tagebuch führen. Anhand dessen wird behördlicher- wie ärztlicherseits kontrolliert, ob womöglich doch eine Infektion vorliegt, die zum Testzeitpunkt noch nicht nachweisbar war.
Nicht alle, aber etliche Reha-Patienten, sind nach Bekanntwerden der Virus-Infektionen am Wochenende auf eigenen Wunsch abgereist. Die verbleibenden Kurgäste werden wie gewohnt weiter versorgt, sagte Verwaltungschefin Annette Bothe.
Allerdings muss die Klinik ihre Arbeitsabläufe den neuen Gegebenheiten anpassen: Alle drei Abteilungen am Standort Bad Harzburg müssen völlig separat arbeiten. Das heiße, die Beschäftigten der drei Michels-Häuser dürfen untereinander keinerlei Kontakt haben, erklärt die Verwaltungschefin die logistische Herausforderung, vor der sie steht. Und bei alldem, das Gefühl von Panik möglichst zu vermeiden.