Klänge der Freude zum Jahresbeginn
Goslar Kaiserpfalz Chor Juventa Musik Konzert Neujahrskonzert
Goslar. In der Kaiserpfalz in Goslar begann das neue Jahr traditionell musikalisch: Der Männergesangverein Juventa lud am Montag zur 40. Auflage seines Neujahrskonzerts ein. „Die Klänge der Freude mögen Sie begleiten“, wünschte der Vorsitzende Klaus Wachtendorf zur Begrüßung dem Publikum im Kaisersaal, der bis auf den letzten Platz besetzt war.
Mit diesen „Klängen der Freude“ und „Wir feiern ein Fest der Freude“ eröffnete der gemischte Chor des MGV das Konzert. Gemeinsam mit dem Ballorchester Julia Graeber, der Ballett- und Musikschule Wolfenbüttel und Solisten hatte der Chor ein buntes Programm auf die Beine gestellt: Drei Stunden lang wurden die Zuschauer durch die Auftritte in die Welten von „Alice im Wunderland“ und dem „Phantom der Oper“, aber auch nach Granada, Ungarn und Petersburg entführt.
Ebenso vielfältig wie das Programm war auch das Ensemble, denn zwischen dem jüngsten und dem ältesten Künstler lagen knapp 80 Jahre, wie die Moderatorin Lydia Schulz dem Publikum mitteilte. Trotz der Vorbereitung war aber auch Improvisation gefragt, denn die Auftritte der Solistin Anja Kaesmacher mussten aufgrund einer Erkrankung abgesagt werden.
Doch trotz des kurzfristigen Ausfalls wusste sich das Ensemble zu helfen: So präsentierte das Ballorchester das Lied „I feel pretty“ stattdessen aus dem Musical „West Side Story“ als instrumentales Stück. Die anderen Lieder, die Anja Kaesmacher hätte singen sollen, wurden abgeändert oder ersetzt: Der Tenor Heiko Börner sang nicht nur seine eigenen Solostücke, sondern sprang auch für Anja Kaesmacher ein: Das geplante Duett „Weißt du es noch?“ der beiden sang er stattdessen als Arie und begeisterte das Publikum außerdem mit seiner Interpretation von Stücken wie „O sole mio“ und „Torna a Surrieto“. Der gemischte Chor unterhielt mit Variationen von Franz Schuberts „Die Forelle“ und einer deutschen Version des Kirchenliedes „Amazing Grace“.
Als Solisten standen in diesem Jahr auch wieder einige Nachwuchskünstler auf der Bühne. Die 17-jährige Jana Filek zog die Gäste im Kaisersaal mit „Think of me“ aus dem Musical „Das Phantom der Oper“ in ihren Bann, und Julius Fricke (20) beeindruckte mit den Stücken „Wien, du Stadt meiner Träume“ und „Ein Lied geht um die Welt“.
Andreas Eheleben hatte am Neujahrstag gleich doppelten Grund zur Freude: Nicht nur, dass der 23-Jährige mit seiner Interpretation von „Fantasie Sonnambula pour la Contrebasse“ auf dem Kontrabass einen besonders langen Beifall bekam. Seit dem 1. Januar ist er zudem Akademist (Stipendiat) an der Berliner Philharmonie. Für viel Applaus sorgte auch der Auftritt der Schülerinnen der Musik- und Ballettschule Wolfenbüttel: Unter der Leitung von Choreografin Sabrina Bonneu-Scholz führten sie Ausschnitte aus der Ballettgala „Alice im Wunderland“ auf, bei denen auch die ganz Kleinen ihr Können zeigten.
Zum Abschluss des Konzerts kamen noch einmal alle Künstler auf die Bühne. Gemeinsam sangen sie erneut „Wir feiern ein Fest der Freude“ und zum Abschluss das Steigerlied, bei dem auch das Publikum mit einstimmte. Zumindest für den ersten Tag des Jahres ist Klaus Wachtendorfs Wunsch wahr geworden, denn die „Klänge der Freude“ begleiteten das Publikum durch den gesamten Nachmittag.
Ob Alice (rechts, gespielt von Luise Marx) mithilfe der Häschen den Weg aus dem Wunderland finden kann? Die Schülerinnen der Musik- und Ballettschule Wolfenbüttel zeigten einen Ausschnitt aus dem Galaballett „Alice im Wunderland“.