Keine Planungssicherheit: Die Rennwoche ist abgesagt
<p>Auf spannende und rassige Pferderennen vor einer großen Zuschauerkulisse müssen die Turf freunde aus nah und fern in diesem Jahr verzichten. Der Harzburger Rennverein hat das Galoppmeeting im Juli am Weißen Stein in Bündheim abgesagt. Archivfoto: Epping</p>
Bad Harzburg. Was die Turffreunde aus Deutschland und dem benachbarten Ausland befürchtet haben, ist eingetroffen: Der Harzburger Rennverein (HRV) hat die Galopprennwoche für dieses Jahr abgesagt. Die 141. Auflage des Meetings auf der Bahn am Weißen Stein wird ins kommende Jahr verschoben. Über die Gründe, die zu dieser Entscheidung führten, sprach GZ-Mitarbeiter Egon Knof mit Rennvereinspräsident Stephan Ahrens.
Stephan Ahrens
Das Land Niedersachsen wird Sportveranstaltungen wohl höchstens mit 1000 Besuchern zulassen. Das gilt, wenn sie überhaupt stattfinden, natürlich auch für Galopprennen. Bad Harzburg ist eine Publikumsrennbahn, die von der Atmosphäre und Stimmung lebt. Wir haben an manchen Renntagen über 10.000 Besucher. Wie sollen wir das organisieren? Der Rennverein hat in diesem Jahr schon rund 50.000 Euro investiert. Wir haben unter anderem Schäden an den Tribünen beseitigt, die Adlerflug-Lounge umgestaltet und neue Rails am Führring gesetzt. Bei einer verkürzten Rennwoche zum Beispiel im September würden weitere Kosten für die Vorbereitung anfallen. Niemand kann heute seriös vorhersagen, wie lange die Corona-Krise andauern wird. Es bestünde also die Gefahr, dass die Bundesregierung Großveranstaltungen wie die Rennwoche bis in den Herbst hinein und vielleicht sogar darüber hinaus untersagen würde.
Wir haben die Sponsoren am Donnerstag über die Absage informiert. Es gab viel Verständnis und Zustimmung. Viele unserer Partner, vor allem aus der Hotellerie und Gastronomie, kämpfen um ihre Existenz und haben derzeit wirklich andere Sorgen, als unsere Rennen zu sponsern. Und letztendlich steht die Gesundheit der Bevölkerung natürlich an oberster Stelle.
Der Rennverein hat gut gewirtschaftet, doch werden unsere finanziellen Reserven bald aufgebraucht sein. Die Region Harz trifft der Ausfall einer der größten Veranstaltungen mit einer Wirtschaftskraft von rund 5 Millionen Euro natürlich extrem hart.
Ja, natürlich. Unsere Rennwoche ist bei den Aktiven ausgesprochen beliebt. Das hat nicht zuletzt das Rekordergebnis von 212 Nennungen für die mit jeweils 20.000 Euro dotierten Superhandicaps gezeigt. Nirgends sonst in Deutschland haben gerade kleinere Besitzer und Trainer die Möglichkeit, in Basisrennen so viel Geld zu verdienen. Die Entscheidung zur Absage der Rennwoche zum jetzigen Zeitpunkt lässt den Aktiven noch genügend Zeit, umzudisponieren und für die kommenden Wochen und Monate zu planen.
Nein, da bin ich sicher. Jeder kennt die Gründe der Absage, und solange Corona unsere Leben bestimmt, gibt es wirklich wichtigere Dinge als Pferderennen. Wir haben alles versucht, die Rennwoche durchzuführen, doch es hat nicht geklappt. Uns allen bleibt nun die Hoffnung und Vorfreude auf die 141. Galopprennwoche im kommenden Jahr, die voraussichtlich vom 17. bis 25. Juli 2021 stattfinden wird.