Kaffeefahrt in eine neue Zukunft
<p>Bei Regen und Sturmböen kamen sie an, im Sonnenschein ging es durch Bad Harzburg – für die Wirtschaftsförderer eine besondere Herausforderung, die Stadt als liebens- und lebenswert auch bei Wetterunbilden darzustellen. Fotos: Seltmann</p>
Eine Gratis-Fahrt mit dem Bus von Braunschweig nach Bad Harzburg, Mittagessen und Kaffeetrinken inklusive, das klingt nach einem Angebot, das man gern mal so mitnimmt. Für die knapp 50 Personen der Generation „50 plus“ war der gestrige Tag allerdings mehr als „nur“ ein netter Ausflug. Es war eine Fahrt, die Weichen für die nächste Zukunft stellen könnte.
Eine Gratis-Fahrt mit dem Bus von Braunschweig nach Bad Harzburg, Mittagessen und Kaffeetrinken inklusive, das klingt nach einem Angebot, das man gern mal so mitnimmt. Für die knapp 50 Personen der Generation „50 plus“ war der gestrige Tag allerdings mehr als „nur“ ein netter Ausflug. Es war eine Fahrt, die Weichen für die nächste Zukunft stellen könnte.
Die Wirtschaftsförderung der Stadt Bad Harzburg mit Amtsleiter Thomas Beckröge, Edda Schaper und Katharina Bathcke lud zum dritten Mal genau diese Zielgruppe ein, um für die Kurstadt als Wohnort und Altersruhesitz zu werben. Eine Anzeige in zwei Braunschweiger Zeitungen sorgte dafür, dass die Busplätze innerhalb weniger Stunden komplett ausgebucht waren, eine Warteliste mit ebenso vielen Namen wurde angelegt, die im nächsten Jahr abgearbeitet werden soll. Das hoch kompetente Team mit Bürgermeister Ralf Abrahms an der Spitze nahm sich die Zeit, um auf die Fragen der überwiegend älteren Gäste einzugehen. Krankenhaus-Versorgung, Bus- und Bahnverbindung, Immobilienmarkt, Zweitwohnungssteuer und Internet – all das war von Interesse für die Gäste aus der Region Braunschweig.
Begrüßung in der Wandelhalle, Busrundfahrt vom Ostviertel über neue Wohnbaugebiete und Seniorenresidenzen bis zu Gestüt und Kurpark, Bergbahnfahrt, Mittagessen im „Aussichtsreich“, Stadtführung und Kaffeetrinken im Café Goldberg – das sollte die vielen Facetten der Kurstadt ins rechte Licht rücken.
Die widrigen Wetterumstände mit Regen und Sturmböen machten den Bad Harzburgern die Planung des Ausflugs nicht leicht. Die Truppe zeigte sich flexibel, verschob dies und jenes und konnte zuletzt sogar Entwarnung geben, dass die Bergbahnfahrt doch nicht ausfallen musste, da der Wind abflaute.
Im „Werbeblock“, wie Abrahms den Auftakt nannte, präsentierte er Bad Harzburg und seine Vorzüge. „Wir verkaufen den Leuten ein bisschen heile Welt, wir sind eine problemarme Stadt“, erklärte er. „Vielleicht stellen Sie fest, dass Ihr Garten in Gifhorn Ihnen jetzt zu groß ist oder am Haus zu viele Fenster zu putzen sind, und Sie möchten sich verkleinern“, brachte er die Situation auf den Punkt. Viele der Besucher nickten.
Jörg Seiler aus Braunschweig macht sich ernsthaft Gedanken über einen Altersruhesitz in Bad Harzburg. Bestechend für ihn: die im Vergleich zu Braunschweig günstigeren Preise in der Kurstadt. Martina und Wolfgang Späth aus Helmstedt denken über eine Zweitwohnung nach. Sehr angetan von der ganzen Werbetour und der kompetenten Begleitung zeigte sich Hannelore Warnke. „Wir können noch nicht mal mäkeln“, schmunzelte sie. So mancher hatte allerdings im Vorfeld mal geguckt, ob es auf der Homepage der Stadt Bad Harzburg wirklich eine „Edda Schaper“ gab. Sicherheitshalber, denn Rheumadecken oder Topfsets wollte keiner kaufen. Margitta Kullik aus der Braunschweiger Südstadt hielt die Aktion nahezu für einen Wink des Schicksals. Seit Jahren trage sie sich mit dem Gedanken, nach Bad Harzburg zu ziehen, sagte sie. Als regelmäßiger Gast in der Therme liebäugelt sie mit einem Wohnort-Wechsel – aber Ehemann Otto sei bisher nicht überzeugt. Mit Mann und Freunden nahm sie teil. Die Bad-Harzburg-Fahrt soll eventuell die Entscheidung bringen. Sie würde gern zur Miete wohnen, aber hier sei man ja eher an Investoren interessiert? „Mieter sind uns hoch willkommen“, betonte Beckröge. Und der Bürgermeister berichtete von seinem Weihnachtswunsch: „22.000 Einwohner im nächsten Jahr.“
Bürgermeister Abrahms begrüßte mit Handschlag. Edda Schaper (rechts) hatte die Gäste mit dem Bus abgeholt.
Hannelore Warnke und Jörg Seiler können sich einen Wohnsitz in Bad Harzburg gut vorstellen.