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Jannik Reichert kümmert sich um Kirchengrün und Pfarrgarten in Bettingerode

Er macht es aus Spaß und für die Gemeinde: Jannik Reichert kümmert sich um die Grünflächen rund um die Kirche sowie um den Pfarrgarten in Bettingerode.  Foto: Potthast

Er macht es aus Spaß und für die Gemeinde: Jannik Reichert kümmert sich um die Grünflächen rund um die Kirche sowie um den Pfarrgarten in Bettingerode. Foto: Potthast

Bettingerode. Der Kirche als Wahrzeichen des Dorfes ein schönes Drumherum zu geben, ist für Jannik Reichert wichtig. Er hält den Pfarrgarten der Kirchengemeinde Bettingerode-Westerode in Form, genauso die Grünanlagen an der Kirche. Einfach so, weil es ihm Spaß macht. Sein Tun will er fortsetzen mit einer Ausbildung im Garten- und Landschaftsbau – nach Abschluss der zehnten Klasse.

Montag, 31.08.2020, 13:33 Uhr

Von Pfarrer Martin Widiger konfirmiert, ist Jannik Reichert in der Kirchengemeinde Bettingerode-Westerode hängen geblieben. Dass er sich gerne um das Grün an Kirche und Pfarrhaus kümmern möchte, habe er selbst vorgeschlagen, erzählt der mittlerweile 16-Jährige. Sein Angebot sei überraschend gewesen, sagt Pfarrer Martin Widiger. Aber: „Bei mir ist es super angekommen, weil wir Hilfe immer gut gebrauchen können.“ Jannik fühlte sich vom Pfarrer ermutigt und sagt, dass der ihm viel beigebracht habe. Er durfte ausprobieren und hat sich selbst so einiges angeeignet. Etwas mehr als ein Jahr schon sieht man ihn immer wieder auf dem Kirchengelände. „Eine Zeit lang war ich sogar täglich da.“

Im aktuellen Schuljahr, es ist sein Letztes an der Oberschule Bad Harzburg, wird er bei der Bad Harzburger Firma Garten- und Landschaftsbau Düe ein Praktikum machen. Es ist nicht sein Erstes. Beim Garten- und Landschaftsbauer Knorr in Goslar hat er auch schon mitgearbeitet. Erstmals als er13 Jahre alt war und wissen wollte, ob das überhaupt was für ihn ist.

Auf den Trichter „Garten- und Landschaftsbau“ hatte ihn sein Vater gebracht, als er Sohn Jannik zum Arbeiten mit in den Wald nahm und ihn den kleinen Aufsitz-Rasenmäher im eigenen großen Garten fahren ließ. In Omas Garten hat er Büsche beschneiden dürfen. Von beiden hat er das eine oder andere gelernt, genauso wie vom Stiefvater. Weil er nun aber noch mehr wissen möchte, soll es nach der zehnten Klasse daher eine Ausbildung im Garten- und Landschaftsbau sein. Und später vielleicht mal, hat sich Jannik überlegt, könnte er sich selbstständig machen oder gar noch Landschaftsarchitektur studieren.

Es ist der Spaß an der Pflege von Rasen, Busch und Baum, der ihn den Weg gehen lässt, und die Vielfältigkeit, die der Beruf mit sich bringt. Das Anlegen von Grünflächen umfasst ja nicht nur die Bepflanzung und die Pflege der Pflanzen, sondern unter anderem auch das Pflastern, das Mauern, die Installation einer Be- und Entwässerung. Für viele der Tätigkeiten werden als Hilfsmittel Maschinen eingesetzt. Die zu führen, muss Jannik ebenfalls lernen. Ein paar Geräte nutzt er jetzt schon auf dem Grün. Die pflegt er auch, damit sie weiter einsatzfähig bleiben. „Kann schon mal vorkommen, dass ich am Wochenende die Garage ausräume und die Maschinen fit mache“, sagt er.

Damit er im Ausbildungs-Betrieb die Arbeitsgeräte an die jeweiligen Arbeitsstellen bringen kann, macht Jannik demnächst seinen Führerschein. Nicht ausschließlich deswegen, allerdings spielt das Berufliche schon eine große Rolle. Fahrschule, Praktikum und Schulabschluss, Zeit verbringen mit der Freundin und den Freunden – in den nächsten Monaten hat Jannik einiges vor. Und er will weiterhin etwas für die Kirchengemeinde tun. Das macht er einfach so. „Ich bekomme kein Geld, dafür aber Wissen.“ Martin Widiger erinnert sich an eine Aussage von Jannik: Für ihn sei es Gottes-Dienst, auf dem Mäher zu sitzen und dadurch etwas für die Gemeinde zu tun. Der Pfarrer solle es ihm daher nicht übel nehmen, wenn er nicht an jedem Sonntag zur Kirche gehe.

Im Grunde könne die Kirchengemeinde von Glück reden, dass Jannik sich so reinkniet, so der Pfarrer. Der Junge, so sagt er, sei ein echter Gewinn. Und auch dem Kirchenvorstand sei das bewusst. Der wünscht sich, dass Jannik auch nach dem beruflichen Wechsel von Martin Widiger Anfang Oktober noch weitermacht. Küsterin Christiane Schlüter Geistert wird dann Janniks Ansprechpartnerin sein.

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