Ist Harzer Grauhof nicht flüssig?
Elf neue Brunnen hatte Harzer Grauhof 2016 auf dem Gebiet der Landesforsten bohren lassen. Was nun aus ihnen wird, scheint offen zu sein. Archivfoto: Roß
Goslar. Fünf Jahre ist es her, dass der Getränke-Hersteller Harzer Grauhof nach einer langen Insolvenz endlich einen Käufer fand. Zum 1.März 2014 übernahm die Hotelbetreiber-Gesellschaft HR-Group aus Berlin den Traditionsbetrieb. Nun erreichten die GZ, Informationen, nach denen Harzer Grauhof bereits seit einiger Zeit die Rechnungen von Eurawasser und den Landesforsten nicht beglichen haben soll. Doch was ist dran an den nicht eingehaltenen Vertragsbedingungen?
„Mittlerweile haben sich die Rahmenbedingungen geändert und eine Nutzung der Grundstücke der Niedersächsischen Landesforsten ist nicht mehr möglich“, sagt Eric Beyer als Vertreter der Landesforsten und Verwaltungsdezernent des Forstamts in Clausthal dazu. Was genau „geänderte Rahmenbedingungen“ bedeuten, will man bei den Landesforsten allerdings noch nicht preisgeben. Abzuwarten bleibt, inwiefern der Verlust des Grauhöfer Holzes Auswirkungen auf Harzer Grauhof haben wird.
Das Problem scheint jedenfalls nicht bei den Landesforsten zu liegen, denn in der Stellungnahme heißt es auch, dass Harzer Grauhof im Grauhöfer Holz die Flächen für neu zu bauende Brunnen bisher zur Verfügung gestellt bekommen hätte sowie alle Anfragen vom Betreiber wohlwollend geprüft und nach Möglichkeit umgesetzt worden seien.
Von Björn Weidner aus der Geschäftsführung der HR-Group gibt es zu der Anfrage, ob es Zahlungsschwierigkeiten bei Harzer Grauhof gebe, eine klare Antwort: „Wir bezahlen alle fälligen Rechnungen. Mit der Liquidität gibt es keine Probleme.“ Für eine weitere Anfrage bezüglich der Brunnennutzung war Weidner gestern nicht mehr erreichbar. Vonseiten Eurawassers heißt es auf Anfrage, dass zu den Zahlungen keine Angaben gemacht werden.
Weitere Gerüchte, es habe Schwierigkeiten bei Gehaltsauszahlungen gegeben, entkräftet hingegen Katja Derer von der Gewerkschaft „Nahrung-Genuss-Gaststätten“. „Davon habe ich keine Kenntnis“, sagt sie. Allerdings habe es Streitigkeiten um das Weihnachtsgeld gegeben. Demnach hätten einige die Auszahlung des Zusatzgeldes geltend machen wollen. So ein Vorgehen sei aber nichts Neues.