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Innerbetriebliche Konflikte hemmen die Arbeit beim Landkreis

Goslar. Der Landkreis Goslar ist derzeit nicht nur mit den Elterngeldzahlungen in Verzug: Probleme gibt es seit längerer Zeit auch bei der Aktualisierung der Übersicht von Ausgleichsflächen.

Von Oliver Stade Freitag, 13.02.2015, 20:00 Uhr

In der Einwohnerfragestunde des Bau- und Umweltausschusses musste die Behörde kürzlich einräumen, auch mit einem Verzeichnis säumig zu sein, das einen Überblick zu sogenannten Ausgleichs- und Ersatzflächen bietet.

Solche Flächen müssen angelegt werden, wenn für Bauvorhaben schwere Eingriffe in die Natur erfolgen, etwa wenn Waldflächen gerodet werden, wie beim Bau der Skiabfahrten am Wurmberg.

Umweltschützer befürchten, dass ein Teil der per Gesetz vorgeschriebenen Ausgleichsarbeiten, die einen schleichenden Raubbau an der Natur verhindern sollen, nicht vorgenommen werden oder erst verspätet erfolgen.

„Das ist ein echter Verlust von Natur und Landschaft. Viele Behörden kontrollieren zu lasch. Manche haben gar keinen rechten Überblick“, sagt Mathias Kumitz, Vorsitzender der Goslarer Gruppe des Naturschutzbundes Deutschland.

„Das Thema ist nicht neu“, sagt selbst Landkreissprecher Dirk Lienkamp. Bereits im November 2013 hatte der Landkreis mitteilen müssen, dass sich das Kompensationsflächen-Kataster nicht auf dem neuesten Stand befindet. Begründet wurde dies in einer schriftlichen Antwort unter anderem mit dem in schönstem Behördendeutsch verklausulierten Hinweis auf innerbetrieblichen Streit, der die Arbeit hemmt: Die Rede ist von einer „internen personellen Konfliktsituation, die zu einer temporären Veränderung der Führungsfunktion geführt hat“. Sprecher Lienkamp sagt diplomatisch, der Fachbereich sei „viel mit sich selbst beschäftigt“ gewesen. Das habe viel Zeit gebunden. Und wann ist mit dem aktuellen Flächenkataster zu rechnen? Lienkamp sagt: „Bis Ende 2015 versuchen wir, es hinzubekommen.“

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