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„Ich war schon immer ein Teamplayer“

Tatjana Lichter

Tatjana Lichter

Goslar. Zu ihrer ersten Faschingsfeier als neue Leiterin der Grundschule Sudmerberg kommt Tatjana Lichter unverkleidet. Sie hat nur eine Gitarre in der Hand, denn Musik ist ihre große Leidenschaft. Gemeinsam mit Schülern der Kinderband spielt sie einige Akkorde und scheint bei dem Gewusel im Musikraum völlig in ihrem Element zu sein.

Von Corinna Knoke Donnerstag, 07.03.2019, 14:54 Uhr

Die vergangenen 17 Jahre hatte Lichter an der Grundschule Bündheim unterrichtet. „Ich habe aber eine neue Aufgabe gesucht, die sehr viel Spaß macht.“ Vor allem in Zeiten, in denen Schulleiter dringend gesucht werden, freue sich Lichter über die Herausforderung. Die Grundschule Sudmerberg wurde das vergangene halbe Jahr kommissarisch geleitet. „Das tut den Kindern und Kollegen nicht gut“, sagt sie.

"Sehr kooperativ"

Vor einem guten Monat hat die sie ihre neue Arbeit in Sudmerberg aufgenommen. In den vergangenen vier Wochen konnte sie sich schon einen Überblick über die Schule verschaffen. „Ich habe produktive Gespräche geführt. Die Eltern sind sehr kooperativ“, berichtet sie.

Der 53-Jährigen sei es wichtig, wertzuschätzen, was da ist und nicht gleich alles zu verändern. Die Schulentwicklung könne nur gemeinsam funktionieren. „Ich war schon immer ein Teamplayer“. Mit der Frage, ob sich die Grundschule Sudmerberg zu einer Ganztagsschule entwickeln wird, werde sie sich in Zukunft noch auseinandersetzen müssen. Zum jetzigen Zeitpunkt wolle Lichter die Schule aber noch besser kennenlernen, um etwas dazu sagen zu können.

Besonders wichtig sei ihr der verantwortungsvolle Umgang mit den neuen Medien. Dem müsse heutzutage auch schon eine Grundschule gerecht werden. Schule entwickele sich weiter: „Wir schreiben längst nicht mehr nur auf alten Kreidetafeln“, sagt sie. Lichter zufolge sollen Kinder lernen, wie sie die Geräte nutzen und sich so Wissen aneignen.

Alle Sinne berücksichtigen

Generell lege sie viel Wert darauf, dass beim Lernen alle Sinne berücksichtigt werden. „Manch einer lernt am besten durchs Gucken, ein anderer wiederum durchs Hören“, beschreibt die Schulleiterin. Apropos Hören – beim Thema Musik wären wir gleich bei ihrem Steckenpferd, wie sie selbst sagt. An ihrer alten Schule hat Lichter lange Jahre eine Kinderband geleitet. Eine solche Arbeitsgemeinschaft soll es jetzt auch an der Grundschule Sudmerberg geben. „Von 122 Kindern haben 30 Schüler Interesse gezeigt, dass sie in der Band mitspielen wollen“, sagt sie erfreut. Das werde natürlich schwierig, so viele Kinder unter zu bekommen, denn zunächst sei keine Big Band geplant.

Bei einer solchen Gruppe geht es aber nicht allein um die Musik. Sie sieht die Musik als Medium des Miteinanders. Viele Fähigkeiten, die die Kinder in der Band erlernen, könnten sie auch auf andere Bereiche übertragen. „Wer ein Instrument spielt, kann auch im Lesen und Schreiben weiterkommen. Die Sprachrhythmisierung sei mit der Musik verknüpft“, erzählt Lichter.

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