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Hotelbetrieb im Ex-Ramada schließt offenkundig

Hahnenklee. Eine offizielle Bestätigung gibt es nicht, aber die Anzeichen verdichten sich, dass der Hotelbetreiber „Home of Hospitality“ aus Bad Arolsen sich aus Hahnenklee zurückzieht.

Von Oliver Stade Freitag, 19.05.2017, 17:00 Uhr

Für das „Haus Vier Jahreszeiten“ und die Wohnungseigentümer sind das keine guten Nachrichten.

In Hahnenklee mehren sich die Hinweise, dass Mitarbeiter des Hotelbetreibers ihre Kündigung bekommen haben. Wie viele Kräfte zuletzt in dem Hotel beschäftigt wurden, ist nicht bekannt, aber die Anzahl dürfte überschaubar sein. Es sollen weniger als zehn sein, sagt der Hausverwalter aus Frechen. Von einem Ende des Hotelbetriebs wisse er offiziell nichts, er sagt aber: „Das geht wohl in die Richtung.“

Nur noch bis Ende Mai

Fakt ist: Wer ein Zimmer im früheren „Ramada“ buchen will, bekommt im „Ramada-Hotel Bären“ in Goslar, das jetzt „H+ Hotel“ heißt, zur Antwort, dass das Haus in Hahnenklee nur noch bis Ende Mai geöffnet ist. Ergänzt wird die Auskunft durch ein Übernachtungsangebot in Goslar.

Beim Hotelbetreiber, der 2015 monatelang mit den anderen Wohnungseigentümern über die Belegung des Hauses mit Flüchtlingen stritt, ist niemand zu erreichen: weder unter der Nummer, die der Landkreis im September 2015 bekannt gab, als er mitteilte, dass das Hotel zur Flüchtlingsunterkunft wird, noch unter der Nummer, die aktuell im Internet zu finden ist. Auch die Sprecherin des Hotelbetreibers, die einst in Flüchtlingsfragen Auskunft gab, war nicht zu erreichen.

Die Gerüchte aber sind im Ort bekannt. Apartment-Vermieter Gunter Schubert meldete sich deswegen in dieser Woche per E-Mail bei der Hotelbetreiber-Gruppe, erhielt aber keine Antwort, wie er sagt. Der Hahnenkleer vermietet Apartments, darunter Zimmer im „Haus Vier Jahreszeiten“, eine Wohnung gehört ihm selbst.

Verhältnis angespannt

Die Eigentumsverhältnisse in dem sanierungsbedürftigen Hotelkomplex in Hahnenklee erfordern eine enge Abstimmung. Rund 60 Apartments gehören dem Hotelbetreiber, 77 Wohnungen befinden sich im Besitz anderer Eigentümer. Schubert sagt unter dem Eindruck des sich abzeichnenden Rückzugs des Hotelbetreibers: „Jetzt muss neu organisiert und nachgedacht werden.“ Wer komme für die Betriebskosten auf, für Brandschutz und Reinigung? „Das sind alles Dienstleistungen, die über das Hotel abgewickelt wurden.“

Zuletzt war das Verhältnis zwischen den Eigentümer, denen einzelne Wohnungen gehören, und dem Hotelbetreiber angespannt. Ohne die Gemeinschaft zu informieren, hatte die „Home of Hospitality“ das sanierungsbedürftige Haus mit Flüchtlingen belegt und einen Vertrag mit dem Land geschlossen.

Im Streit über die Rechtmäßigkeit der Nutzung gab es einen Kompromissvorschlag. Er hätte vorgesehen, dass die Belegung akzeptiert wird und die Hotelgruppe im Gegenzug das aus den 1970er Jahren stammende Hotel saniert. Eine Einigung gab es nicht.

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