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Hilfe bei Problemen rund um die Familie

Die Beratungsstelle des Landkreises Goslar im Bündheimer Schloß ist für Eltern, Kinder und Jugendliche da.  Foto: Seltmann

Die Beratungsstelle des Landkreises Goslar im Bündheimer Schloß ist für Eltern, Kinder und Jugendliche da. Foto: Seltmann

Bad Harzburg. Die Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche des Landkreises Goslar unterstützt Ratsuchende kostenlos.

Von Ina Seltmann Mittwoch, 04.02.2015, 20:00 Uhr

Die Schwelle hat sich gesenkt, weit mehr Menschen als vor 20 Jahren suchen sich bei Problemen Hilfe bei der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche. Die Mitarbeiterinnen der Einrichtung des Landkreises Goslar im Bündheimer Schloß stellen fest, dass Eltern heute eher bereit seien, Hilfe anzunehmen oder überhaupt zu suchen.

Der Landkreis Goslar ist Träger dreier Beratungsstellen, die er in Bad Harzburg, Goslar und Clausthal-Zellerfeld unterhält. Geleitet werden die Beratungsstellen von der Psychologin Claudia Brümmer.

In der Bad Harzburger Einrichtung, die es seit 1979 gibt, sind insgesamt sechs Mitarbeiterinnen in Teilzeit tätig, darunter drei Psychologinnen und zwei Sozialpädagoginnen.

Früher sei die Beratungsstelle ein Tabuthema gewesen, meint Claudia Brümmer. Das habe sich geändert. Ebenso wie der Kontakt zu den Schulen: Lehrer und Förderlehrer seien sehr interessiert, dass es eine zusätzliche Unterstützung für die Kinder gebe, sagt Psychologin Marlies Koschek-Pöschl. Mitarbeiter der Beratungsstellen hätten öfter schon an den Einschulungs-Elternabenden der Grundschulen teilgenommen und die Einrichtung vorgestellt.

Trotz eines Bevölkerungsrückganges bleibe die Inanspruchnahme der Beratungsstelle auf hohem Niveau, so Claudia Brümmer. „Weniger Kinder heißt nicht unbedingt weniger Probleme“, sagt Marlies Koschek-Pöschl dazu.

In der Beratungsstelle geht es um Schul- und Ausbildungsprobleme, um Kinder, die unter Trennung oder Scheidung der Eltern leiden, um Entwicklungsauffälligkeiten, Konflikte in und mit der Familie, Beziehungsprobleme und auch um Misshandlung, sexuellen Missbrauch, Sucht oder Straftaten junger Menschen. Oft suchen die Mütter den Kontakt. Im Gespräch wird das Problem eingekreist. Testdiagnostische Untersuchungen, Verhaltensbeobachtungen oder die Beteiligung der ganzen Familie, der Lehrkraft oder das Hospitieren im Unterricht können zur Klärung beitragen. „Manchmal sind wir auch einfach eine ,Clearing-Station‘ und ermöglichen Eltern eine neue Blickrichtung aufs Kind“, sagt Marlies Koschek-Pöschl.

Meist gibt es zwischen fünf und zehn Kontakte mit der Beratungsstelle, die übrigens kostenlos in Anspruch genommen werden kann; die Zahl der Besuche ist nicht limitiert. Bei Bedarf empfiehlt die Beratungsstelle, deren Mitarbeiterinnen der Schweigepflicht unterliegen, weitere Möglichkeiten, zum Beispiel Ergo- und Lerntherapeuten, Ärzte, Kliniken, Kinder- und Jugendtherapeuten oder sozialtherapeutische Gruppenarbeit wie den Regenbogenhof Immenrode.

Ein Schwerpunkt der Beratung liegt bei Kindern im Alter von 6 bis 12 Jahren. Aber der Bereich der 13- bis 18-Jährigen sei steigend, stellen die Mitarbeiterinnen fest. „Es spricht sich auch herum, wenn jemand bei uns Hilfe erhalten hat.“ Jugendliche Selbstmelder bekommen relativ schnell einen Termin, wobei die Wartezeiten generell möglichst kurz gehalten werden.

Zu neuen Themen in der Beratungsstelle gehören Cybermobbing, autistische Störungen oder auch Probleme von Kindern mit psychisch kranken Eltern. Zudem mehre sich die Problematik ökonomischer Sorgen. Und zwar von Familien, die aufgrund mehrerer niedrig bezahlter Jobs ungünstige Familienarbeitszeiten hätten.

Die Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche ist montags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr und freitags von 9 bis 12.30 Uhr zu erreichen, donnerstags zusätzlich in offener Sprechstunde von 14 bis 17 Uhr, Telefon (05322) 8453.

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