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Helmut Ehrenberg mit bestem Fink

<p>Um zu hören, wie so ein Fink trällert, müssen die Teilnehmer des Wettstreits besonders dicht an die abgedeckten Bauer gehen. Fotos: Siebeneicher</p>

<p>Um zu hören, wie so ein Fink trällert, müssen die Teilnehmer des Wettstreits besonders dicht an die abgedeckten Bauer gehen. Fotos: Siebeneicher</p>

St. Andreasberg. 51 Finkenfreunde aus Altenau, Benneckenstein, Hasselfelde, Hohegeiß, St.Andreasberg, Thale, Tanne und Wieda nahmen an dem Finkenwettbewerb teil, den Helmut Ehrenberg gewann.

Montag, 22.06.2015, 16:57 Uhr

Ehrenberg hatte an diesem kalten Frühsommertag den erfolgreichsten Fink am Start. 40 Buchfinken waren zum Distanzsingen gemeldet worden, 11 weitere zum Nahsingen und neun zum Schönheitssingen. Und alle, fast alle, schmetterten ihre Gesangsstrophen mit „Groben“, „Mittelgroben“, „Weida“, „Schnarren“, „Schnipp“ oder „Reiterspazier“ mit Kraft und Ausdauer in den trüben Morgen. Darüber waren die Artgenossen in den Bäumen des Kurparks hörbar irritiert. So viel Konkurrenz im eigenen Revier wurde von ihnen ganz offensichtlich als Herausforderung empfunden. Deshalb standen sie den Artgenossen in den umhüllten Käfigen an Sangesfreude in nichts nach.

Vor Jahren schon waren die Buchfinkenfreunde ins Gerede gekommen. Verstöße gegen Tierhaltungsverordnungen oder das Naturschutzgesetz hatte man ihnen vorgeworfen. Die Freunde dieses Brauchtums haben gekämpft und waren zu Veränderungen bereit. Die Buchfinkengilde Südniedersachsen-Oberharz hat sich mit den sich selbst gegebenen und von Fachleuten abgesegneten neuen Regelungen nicht nur arrangiert, sondern sie steht auch uneingeschränkt hinter ihnen. Nicht zuletzt deshalb wurde ihnen von Fachleuten „Artgerechte Tierhaltung auf hohem Niveau“ bescheinigt.

Zwar ist die Zahl der an den Buchfinkenwettstreits teilnehmenden Züchter geringer geworden, aber die, die noch dabei sind, sind es mit ganzem Herzen und mit der Überzeugung, dass durchaus nicht alles richtig war, was man von den „Altvorderen“ übernommen hatte. Kein Wunder, dass ihr Brauchtum inzwischen als nationales Kulturerbe geführt wird.

Am Ende eines umfangreichen Programms, zu dem das Barkamt Annerschbarrich im Heimatbund Ewerharz und die St. Andreasberger Blaskapelle des Waldarbeiter-Instrumental-Musikvereins ihren jeweiligen Part beitrugen, waren die St. Andreasberger Buchfinkenfreunde um Volker Jung mit ihrer Veranstaltung hoch zufrieden.

Dass es keine neuen Rekorde geben würde, war den Insidern angesichts des Wetters von Beginn an klar. Dennoch, der Vogel des Eckhart Hase aus Benneckenstein, schmetterte immerhin 330 Schläge in 30 Minuten und war damit natürlich der Champion, ganz knapp vor Rudolf Ehrenberg aus Altenau mit 327 Schlägen.

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