Heimatbund trauert um Günter Riesen
So wird Günter Riesen in Erinnerung bleiben: inmitten der Oberharzer Bergsänger, deren Ehrenvorsitzender er war und deren überregionales Ansehen er maßgeblich mitgeprägt hat. Archivfoto: Bertram
Clausthal-Zellerfeld. Sein Name ist untrennbar mit den Oberharzer Bergsängern verbunden, deren Vorsitzender und musikalischer Leiter er von 1993 bis 2007 war. Im Alter von 78 Jahren ist Günter Riesen seiner schweren Krankheit erlegen. Mehr als sieben Jahrzehnte seines Lebens hat der Zellerfelder das musikalische und kulturelle Gesicht des Heimatbundes Oberharz maßgeblich mitgeprägt.
Clausthal-Zellerfeld. Sein Name ist untrennbar mit den Oberharzer Bergsängern verbunden, deren Vorsitzender und musikalischer Leiter er von 1993 bis 2007 war. Im Alter von 78 Jahren ist Günter Riesen seiner schweren Krankheit erlegen. Mehr als sieben Jahrzehnte seines Lebens hat der Zellerfelder das musikalische und kulturelle Gesicht des Heimatbundes Oberharz maßgeblich mitgeprägt.
Als Siebenjähriger erschien er 1946 mit Mutter und Onkel zum Vorsingen bei Alfred Weyland, der den talentierten Jungen augenblicklich als neues Mitglied der Bergsänger eintrug. Elf Jahre später gewann Günter Riesen den Harzer Jodlerwettstreit auf der Ringerhalde. Sein überragendes Können brachte ihm insgesamt 14-mal den Titel des Harzer Jodlermeisters ein – ein Rekord. Gemeinsam mit Günter Spötter und Helmut Jahn siegte er im Terzett bei den Jodlerwettstreiten sogar insgesamt 35-mal.
1963 wurde er Vorstandsmitglied der Oberharzer Bergsänger. Anfang 2007, als er den Vereinsvorsitz schließlich in jüngere Hände abgab, ernannten ihn die Mitglieder unter stehendem Applaus zu ihrem Ehrenvorsitzenden. Mit ihm haben die Oberharzer Bergsänger ihre größten Erfolge gefeiert. Als Botschafter des Oberharzes traten sie im In- und Ausland auf. Den ersten Fernsehauftritt hatten die Bergsänger 1953 in der ersten Sendung „Harzer Roller“, live übertragen aus dem Hochbunker auf dem Heiligengeistfeld in Hamburg. Wer die Sendung sehen wollte, musste nach Goslar fahren – in Clausthal-Zellerfeld gab es damals noch gar keine Fernseher. Seitdem waren sie in unzähligen Volksmusiksendungen zu sehen und zu hören.
Günter Riesens musikalisches Schaffen beschränkte sich aber nicht allein aufs Jodeln. Als langjähriger Leiter der Großen Musikgruppe des Heimatbundes Oberharz begleitete er die Sängerinnen und Sänger auf Akkordeon, Gitarre, Mandoline und Harzzither, trat auch solo mit der Konzertzither auf und setzte sich auf vielen anderen Ebenen für den Erhalt von Heimat und Traditionen ein. Viele der gern gesungenen und gehörten Lieder und Jodelweisen stammen in Text und Komposition aus seiner Feder.
Lange Jahre kümmerte sich Günter Riesen zudem tatkräftig um das Bergsänger-Heim, das Domizil des Vereins am Rande Zellerfelds. Ein besonderes Anliegen war ihm die Gewinnung und Ausbildung des Nachwuchses. So leitete er mehr als 30 Jahre lang die Kinder- und Jugendgruppe der Bergsänger. Unermüdlich setzte er sich auch außerhalb des Heimatbund-Schaffens für den Erhalt des Oberharzer Brauchtums, der Mundart und natürlich der Harzer Jodlerwettstreite in ihrer traditionellen Form ein. Auch die Stadtpolitik konnte von seinem Engagement für Kultur und Gesellschaft profitieren. Von 2001 bis 2006 gehörte er als Mitglied der SPD-Fraktion dem Rat der Bergstadt Clausthal-Zellerfeld an und arbeitete im Ausschuss für Sport, Kur und Tourismus mit. 2011 erhielt er den Ehrenteller der Bergstadt für sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement in der Oberharzer Brauchtumsarbeit.