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Harzer Jugendmeister: Von der Bratwurst bis zur Hummerschere

Rechts die ersten drei Köche, links die Hotel- und Restaurantfachleute, im Hintergrund alle Teilnehmer auf den vierten Plätzen. Fotos: Weiss

Rechts die ersten drei Köche, links die Hotel- und Restaurantfachleute, im Hintergrund alle Teilnehmer auf den vierten Plätzen. Fotos: Weiss

Der Berufswettbewerb des Gastronomie-Nachwuchses, „Harzer Jugendmeister“, zeigt den Harz im kulinarischen Wandel und wurde am Mittwoch in den BBS Bad Harzburg ausgekocht.

Donnerstag, 28.11.2013, 20:00 Uhr

Der „Harzer Jugendmeister“ ist eine der wichtigen Veranstaltungen, mit denen die Vereinigung Harzer Köche ihren Nachwuchs fördert. Während sich bei der 41. Auflage des Wettbewerbs im Foyer der ausgesuchte Gästekreis die Hände schüttelte und am Begrüßungsschluck nippte, war in der Küche die anfängliche Unsicherheit der Kandidaten in Routine übergegangen. Die großzügige Ausstattung ermöglichte fachgerechtes Arbeiten an jedem Platz.

Die Aufgabe: „Erstellen Sie aus vorgegebenen Komponenten ein viergängiges Menü für acht Personen nach Ihren Fähigkeiten.“ Das Motto: „Der Harz im kulinarischen Wandel.“

„Überfordern Sie sich nicht“, schärfte die Jury den Kandidaten ein. „Ein einfaches Menü gut zubereitet ist besser als ein missglücktes Sternemenü.“ Alle Bewerber arbeiten im dritten Lehrjahr.

Obwohl die Veranstaltung allgemein als „Köche“-Event gilt, spielen auch die Servicekräfte eine gewichtige Rolle. Schließlich arbeiten Restaurant- und Hotelfachfachleute, die für die Tischdekoration verantwortlich waren, unmittelbar am Gast und gehören zu den Aushängeschildern eines gastronomischen Betriebes. Seine Freude über das Drumherum äußerte Vorsitzender Michael Klutt in einer kurzen Ansprache. Schulleiterin Hanna Kopischke stellte bei dieser Gelegenheit den umgestalteten Küchen- und Restaurantbereich vor.

„Ist das Meisterschaftsmotto ein wenig zweideutig?“ fragte der Vorsitzende. Vor 20 Jahren habe man an jeder Ecke im Harz gepflegte Gastronomie vorgefunden. Heute treffe man immer öfter auf Imbissstände mit Curry- oder Bratwurst. Das Regime des „Billig, billig, billig“ könnte allerdings gefühlt dem Ende entgegengehen. Johann Lafer und Kim Fischer haben gerade im TV gezeigt, dass es im Harz zahlreiche qualitativ hochwertige Restaurants gibt. Gäste sind zunehmend neugierig auf die Herkunft von Speisen und Zutaten. Daraus könnte ein Qualitätssprung entstehen. Der kulinarische Harz kann sogar Sterneköche aufweisen.

Auf seine Einladungs- und Speisekarten hatte Michael Klutt das Abendmotto in Bildern aufgezeigt: Von der Bockwurst zum Lachs, von der Schmorwurst zur Hummerschere. Den Gästen gefiel es.

Zu kurz kommen bei solchen Veranstaltungen in der Regel die Experten, die sich im Hintergrund als Jury zur Verfügung stellen. Sie schauen den Köchen am Herd auf die Finger, bewerten die theoretischen Kenntnisse und stehen an den Tischen, um den Service zu beobachten. Die auswärtigen Jurymitglieder aus Hannover, Stadthagen und Bad Lauterberg sind unbefangen und urteilen deshalb vorurteilsfrei. Klutt widmete ihrem Einsatz anerkennende Worte.

„Das Gastgewerbe sorgt dafür, dass es uns allen gut geht“, stellte Marc Alexander Krack vom Dehoga-Bezirksverband fest. „Herausgehen und darüber reden, um das Imageproblem der Branche zu beseitigen“, forderte er.

Der demografische Wandel hatte der Veranstaltung einen kleinen Strich durch die Rechnung gemacht. Die beiden einzigen Restaurantfachleute reichten für das Tranchieren an sechs Tischen nicht aus. Deshalb wurden alle Hauptgerichte in der Küche hergerichtet, aber am Tisch zusammengestellt und den Gästen vorgelegt.

Konzentriert achtet Köche-Sieger Johannes Wolff am Herd auf die perfekte Zubereitung seiner Speisenfolge.

Konzentriert achtet Köche-Sieger Johannes Wolff am Herd auf die perfekte Zubereitung seiner Speisenfolge.

Auch beim Anrichten bei Tisch werden die Kandidaten beobachtet. Fotos: Weiss

Auch beim Anrichten bei Tisch werden die Kandidaten beobachtet. Fotos: Weiss

Am Prominententisch: Schulleiterin Hanna Kopischke (rechts), Erste Kreisrätin Kathrin Weiher und Alt-Landrat Peter Kopischke.

Am Prominententisch: Schulleiterin Hanna Kopischke (rechts), Erste Kreisrätin Kathrin Weiher und Alt-Landrat Peter Kopischke.

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