Harzer Jodlerwettstreit zieht nach Altenau um
Clausthal-Zellerfeld. Jetzt ist es beschlossene Sache: Der Gesamtharzer Jodlerwettstreit des Heimatbundes Oberharz zieht vom Zellerfelder Waldkurpark in das Altenauer Kurgastzentrum um. Das habe die Delegiertenversammlung (Ewerratsamtsitzung) einstimmig beschlossen, informierte Heimatbund-Vorsitzender Rüdiger Kail am Freitag.
{picture1s} Über eine Änderung des Austragungsortes hatte der Heimatbund schon seit Jahren nachgedacht. „Ausschlaggebend waren hier mehrere Argumente“, sagt Kail: „Finanziell war die Veranstaltung bereits seit Jahren defizitär und konnte nur mit dem Überschuss aus der Pfingstveranstaltung ausgeglichen werden.“ Noch entscheidender aber sei der Rückgang der Besucherzahlen und der Umstand, dass an dem seit Anfang der 1960er Jahre festgeschriebenen Veranstaltungstag – erster Sonntag im August – viele Kinder und Jugendliche, die sonst teilnehmen würden, im Sommerurlaub sind. So wollen die Verantwortlichen die Veranstaltung aus den Ferien nehmen, berichtet Kail. „Sie wird ab 2020 dann entweder vor, oder nach den Sommerferien durchgeführt. Ein fester Termin ist somit auch Geschichte.“
Zurzeit sind 50 Kinder und Jugendliche im Alter von 3 bis 18 Jahren in den einzelnen Heimatbundgruppen (Barkämtern) aktiv. Der Verband widme der Nachwuchsarbeit größte Aufmerksamkeit, und der jährliche Jodlerwettstreit sei ein Leistungsspiegel dieser Arbeit in den Barkämtern. Jede Möglichkeit zur Erhaltung des Jodlerwettstreit müsse ins Auge gefasst werden, unterstreicht Kail und erinnert an den erfolgreichen Neustart des Pfingsttreffens, das nach mehr als 80 Jahren Polsterberg 2017 ebenfalls nach Altenau, tourismusstärkster Ort im Oberharz, umsiedelte. Kail: „Das Jodeln im Harz hat eine lange Tradition und gehört ebenso wie Peitschenknallen, Birkenblattblasen oder die Gesänge von Buchfink und Kanarienvogel in den Bereich des immateriellen Weltkulturerbes, auch wenn es noch nicht zertifiziert ist.“
Weiter beschlossen die Delegierten eine Änderung im organisatorischen Bereich. Silvia Steinbach vom Barkamt Annerschbarrich wird die Bundesleitung verstärken. Sie wurde in das „Erweiterte Ewerbarkamt“ delegiert und unterstützt dort Schriftführerin Brigitte Koschig insbesondere bei den jährlichen Großveranstaltungen „Pfingsttreffen“ und „Jodlerwettstreit“.
Rüdiger Kail ist sicher, dass die Leitung des Heimatbundes Oberharz mit Silvia Steinbach eine weitere hervorragende Kraft gewinnt. Silvia Steinbach war bis zu ihrem Ruhestand Landesgeschäftsführerin eines Wohlfahrtsverbandes und bringt einen großen Erfahrungsschatz mit.red/bf