Harzer Grauhof Brunnen weist Studie der Stiftung Warentest zurück
<p>In die bundesweiten Schlagzeilen der Stiftung Warentest ist der Harzer Grauhof Brunnen mit seinem Mineralwasser geraten. Foto: Epping</p>
Goslar. Der Harzer Grauhof Brunnen hat eine Studie der Stiftung Warentest mit negativen Ergebnissen für das Medium-Mineralwasser des Unternehmens als „nicht realitätsgerecht“ zurückwiesen.
Die Stiftung macht in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift „Test“ das Wasser aus dem Harz unter 20 untersuchten Produkten als am höchsten belastet mit Herbiziden und Süßstoffen aus dem Raps- und Rübenanbau aus. Bei einer über die Gesetzeslage hinausgehenden Suche nach potenziell krankmachenden Keimen fanden die Tester zudem kritische Staphylokken und empfahlen Menschen mit schwachem Immunsystem, die Wässer zur Sicherheit abzukochen.
Brunnen-Geschäftsführerin Alexandra Bethig bezeichnete die von der Stiftung angewandten Prüfungsmaßstäbe als „bei weitem überzogen“ und betonte, dass das Unternehmen die strengen Anforderungen der Mineral- und Trinkwasserverordnung in jeder Hinsicht erfülle. Die Kunden müssten bei den Produkten keine Bedenken haben.
In einem NDR-Bericht am Donnerstag hieß es, die ermittelten Verunreinigungen seien laut Stiftung Warentest ein Hinweis auf unzureichend geschützte Quellen.
Der Goslarer Geologe Dr. Friedhart Knolle sieht das in einer Erklärung für den BUND-Regionalverband Westharz ähnlich. Das unmittelbare Einzugsgebiet der Brunnen werde landwirtschaftlich genutzt, die Bebauung sei immer näher herangerückt. Es räche sich, dass der Wasserschutz im Bereich der Grauhof-Brunnen in den letzte Jahrzehnten „sträflich vernachlässigt“ worden sei. Schon früher erhöhte Nitratwerte hätten ein Alarmsignal sein müssen.
Bereits 1997 hatte Knolle als Mitautor einer wissenschaftlichen Publikation darauf hingewiesen, dass sich infolge einer Hochkonjunktur für das erfolgreich vermarktete Grauhof-Mineralwasser rund um den Brunnenbetrieb ein großräumiger Grundwasserabsenkungstrichter herausgebildet habe.