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Handel: Wer macht am Montag die Türen tatsächlich auf?

Dirk Schneevoigt

Dirk Schneevoigt

Dirk Schneevoigt geht die Sache im Schuhmode- und Sporthaus Deckert ganz pragmatisch an. „Wir machen am Montag auf jeden Fall auf“, kündigt der Geschäftsführer an. Zwar habe sein Laden gerade im Sportbereich, der in die Kaiserpassage hineinreicht, mehr als die von der Bundesregierung erlaubten 800 Meter Verkaufsfläche. Helfen soll eine Zwischenwand, die das Areal auf einen zulässigen Raum begrenzt.

Donnerstag, 16.04.2020, 19:09 Uhr

„Der Eingang ist dann eben nur im alten Gebäude an der Fischemäkerstraße1a“, gibt Schneevoigt vor. Bis dahin soll auch ein Hygieneplan stehen, bei dem er sich an der von Lebensmittelmärkten geübten Praxis orientieren will. Ein Spuckschutz an der Kasse werde ebenfalls noch montiert. So sollte der Neustart unter eingeschränkten Bedingungen gelingen.

Aber ist solch eine künstliche Flächenbegrenzung überhaupt erlaubt? Wie werden Hygienemaßnahmen überprüft? Und welche Kriterien liegen den Bestimmungen zugrunde? „All diese Fragen stellen wir uns auch“, sagte gestern Vormittag Kaiserpassagen-Managerin Christiane Kahle, die für konkrete Ausführungsbestimmungen auf heute vertröstet wurde. Zentrales Anliegen in ihrem Fall: Zählt die Passage insgesamt mit ihrer Verkaufsfläche oder jedes kleine Geschäft für sich? Der Edeka-Markt im Keller und die „dm“-Drogerie hatten bislang ohnehin geöffnet. Theoretisch könnte die Buchhandlung Böhnert nebenan ebenfalls ohne Flächen-Vorgabe wieder starten. Dort war gestern aber ebenso niemand zu erreichen wie in der Essener Karstadt-Zentrale.

Aber wollen tatsächlich auch alle schon wieder öffnen, die öffnen dürften? Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk sprach gestern ebenfalls noch von „großen Unsicherheiten“ im Handel. „Es werden sicherlich nicht alle von null auf hundert loslegen, sondern vielleicht mit reduzierten Öffnungszeiten arbeiten“, mutmaßte das Stadtoberhaupt.

Für Patrik Werner wiederum ist die Schutzausrüstung ein „Riesenthema“. Der Vorsitzende der Kaufmannsgilde, der sein Sanitätshaus weiter geöffnet hatte, sieht etwa besagte Spuckschutz-Ausrüstung als „krasse“ Herausforderung. Das Plexiglas-Material werde, so seine Erfahrung, nämlich bereits ziemlich knapp. Trotzdem wertet er die eingeschränkte Öffnungserlaubnis aus Berlin als positives Signal für den Handel, mit dem jeder seinen eigenen Weg finden könne. Die meisten der rund 50 Gilden-Mitgliedergeschäfte seien inhabergeführt und in vorgeschriebener Größe. Innerhalb der Gilde liefen zudem Überlegungen, wie geholfen werden könne.

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