Zähl Pixel
GZ-Archiv

Gülle kommt per Injektion in die Wiese

Clausthaler Landwirt arbeitete an Versuch zum nachhaltigen Wasserschutz mit und behält Technik gleich bei.  Foto: IGLU

Clausthaler Landwirt arbeitete an Versuch zum nachhaltigen Wasserschutz mit und behält Technik gleich bei. Foto: IGLU

Clausthal-Zellerfeld. Als erfolgreich bilanziert die Göttinger Ingenieurgemeinschaft für Landwirtschaft und Umwelt (IGLU) einen Versuch auf landwirtschaftlichen Nutzflächen rund um Clausthal.

Freitag, 17.06.2016, 17:27 Uhr

Getestet wurde eine spezielle Technik zum Ausbringen von Gülle, die den Flüssigdünger geruchs- und verlustarm direkt in den Boden bringt, erklärt IGLU-Sprecher Andreas Rode.

Somit diene die neue Methode nachhaltig dem Wasserschutz, betont er. Dies nachzuweisen, war Ziel und Hintergrund der „Kooperation Westharz-Landwirtschaft“, unter deren Dach der Versuch vor zwei Jahren gemeinsam mit dem Clausthaler Landwirt Carsten Güring startete.

Auf dessen Grünlandflächen kam dabei die sogenannte Injektionstechnik zum Einsatz. „Dabei werden wie bei einer Sämaschine circa drei Zentimeter tiefe Schlitze in den Boden gezogen, in die der flüssige Wirtschaftsdünger anschließend hineingepresst wird“, erläutert Rode das Verfahren. Vorteile: Die Nährstoffe gelangen ohne Verluste direkt in den Wurzelbereich, einschließlich des Ammoniaks – es „duftet“ also auch weniger – und an zusätzlichen mineralischen Düngern könne gespart werden.

Die Grasnarbe leide dabei nicht, wie von einigen Landwirten befürchtet, „die Schlitze im Boden wachsen übers Jahr wieder zu“. Die Versuchsauswertung gebe außerdem „deutliche Hinweise“ auf bessere Nährstoffaufnahme und höhere Erträge als bei den Vergleichsflächen, die mit herkömmlicher Technik gedüngt wurden. Rode: „Die positiven Ergebnisse haben auch Landwirt Güring überzeugt, der diese Technik in Zukunft auf allen seinen Flächen einsetzen will.“

In der „Kooperation Westharz-Landwirtschaft“, einem Zusammenschluss aus Landwirten der Region und den Harzwasserwerken, werde die gewässerschonende Ausbringung von Wirtschaftsdüngern gefördert, um die Wasserressourcen langfristig zu sichern. Dazu gehören auch Richtlinien, dass Dünger nur in der Hauptwachstumszeit und in bestimmter Höhe ausgebracht werden darf.

Die Landwirte schließen dafür „Freiwillige Vereinbarungen“ mit dem Wasserversorger ab und erhalten im Gegenzug Ausgleichszahlungen aus der niedersächsischen Wasserentnahmegebühr und Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds zur Entwicklung des ländlichen Raums (ELER). Die behördliche Kontrolle erfolgt durch den niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).

Das Projekt, das Wasserschutz und Ökonomie in der landwirtschaftlichen Nutzung im Harz in Einklang bringen soll, startete 2004 zunächst im Bereich der Innerstetalsperre und wurde 2013 auf die Einzugsgebiete der Talsperren Oker, Grane, Söse sowie Nebengewässer ausgeweitet. Innerhalb dieses Gebietes liegen rund 1100 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche.red/bf

Die Redaktion empfiehlt
Diskutieren Sie mit!