Gruselige Saison für Bäder
<p>An manchen Tagen lockten nur feste Termine wie ein Schwimmkurs die Wasserratten ins oft gar nicht mal so kühle Nass, hier im Freibad Vienenburg. Archivfoto: Hohaus</p>
Goslar. Während sich die Freibadesaison unaufhaltsam ihrem Ende nähert, sprechen die Stadtwerke von „katastrophalen Besucherzahlen“ und damit verbunden „kaum Einnahmen“ für ihre Freibäder in Goslar (Aquantic) und Vienenburg.
Goslar. Während sich die Freibadesaison unaufhaltsam ihrem Ende nähert, sprechen die Stadtwerke von „katastrophalen Besucherzahlen“ und damit verbunden „kaum Einnahmen“ für ihre Freibäder in Goslar (Aquantic) und Vienenburg.
Das Vienenburger Freibad am Steinweg hatte als erstes Bad eröffnet und schließt auch als erstes seine Pforten: Dort ist für dieses Jahr bereits am Montag um 13 Uhr endgültig Schluss. Das Goslarer Freibad folgt am Sonntag, 10. September: Dort werden die Türen für diese Saison um 18 Uhr das letzte Mal geschlossen. Die Saisonkarten beider Freibäder bleiben bis 15. September für das Aquantic-Hallenbad gültig.
„Ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir schon mal so eine schlechte Saison hatten“, sagte gestern Bäderleiter Ralf Schiller, selbst ein begeisterter Schwimmer, im Gespräch mit der GZ und schwankt zwischen Enttäuschung und Entsetzen. Nach den treuen Früh- und Vormittagsschwimmern sei oft Schicht gewesen. Mit Zahlen will er erst aufwarten, wenn die August-Abrechnung vorliegt; fest steht, dass der Sommer für die Bäder katastrophal war. Schiller spricht von Tagen mit einstelligen Besucherzahlen in Vienenburg und von einem Kiosk im Aquantic, der fast nie geöffnet wurde; und dabei sei es eigentlich gar nicht so kalt gewesen.
„Im Juli und August hatten wir keine durchgängige Zeit, in der es warm und trocken war“, sagt Schiller bei der Suche nach den Gründen für die miese Saison und erinnert an die lange Regenperiode.
Seine eigene Erklärung: „Hier im Norden kommen die Leute erst am dritten schönen Tag.“ Genau den aber habe es in der Regel nicht gegeben. Und der Nachwuchs? „Früher kamen die Kinder und Jugendlichen bei jedem Wetter“, erinnert er sich; heute kämen sie in (Ganztags-)Schulzeiten gar nicht und in den Ferien unterscheide sich ihr Nutzungsverhalten nicht mehr von dem der Erwachsenen – die blieben, für Schiller schwer nachvollziehbar, selbst an den Sonnentagen in dieser Woche lieber unterm Hallendach.
Auch im vom VfL Oker betriebenen Freibad am Adenberg war die Saison „schlecht, noch schlechter als 2016, verregnet, nicht zufriedenstellend“, so die Kommentare von Jens Kloppenburg. Heute um 11 Uhr wird Bilanz gezogen – und besprochen, ob das Bad noch über diesen Sonntag hinaus geöffnet bleibt. Durch die Schlechtwetterregelung mit stark reduzierten Öffnungszeiten ist man in Oker recht flexibel. Nur eines war gestern laut Kloppenburg schon sicher: „Wir machen nächstes Jahr wieder auf.“