Grundlegende Modernisierung auf der Agenda
Ein Archivfoto von der Fließbandproduktion der „ersten Stunde“ in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts bei den Mitteldeutschen Sprengstoffwerken Miedziankit. Archivfoto: MSW Chemie
Langelsheim. Mit viel Zuversicht schaut man beim Langelsheimer Traditionsunternehmen MSW-Chemie im Jubiläumsjahr in die Zukunft. Geschäftsführer Prof. Dr. Rüdiger Triebel sagt: „Wir haben bei MSW das Expertenwissen aus 100 Jahren Sprengstoffentwicklung und -produktion." Eine motivierte und erfahrene Mannschaft, ein innovatives Produkt und eine stabile Marktposition seien tragfähige Säulen für eine aussichtsreiche Entwicklung mit neuen Produkten.
Traditionsunternehmen in der Nordharzregion gibt es einige. Und viele suchen jetzt ihren Weg aus der coronabedingten, wirtschaftlichen Schieflage. Mit reichlich „Wumms“ aus der Krise – so oder so ähnlich würde es wohl SPD-Bundesfinanzminister und Kanzlerkandidat Olaf Scholz beschreiben.
Bei der MSW-Chemie GmbH vor den Toren der Stadt jedenfalls gibt es im wahrsten Sinne explosive Neuigkeiten mit „Wumms-Charakter“. An der Seesener Straße gibt es aktuell mehr als einen Grund zum Feiern für das Unternehmen. Denn die MSW-Chemie begeht in diesem Jahr nicht nur ihr 100-jähriges Firmenbestehen, sondern bereitet sich gerade auf eine grundlegende Modernisierung des Betriebes vor. Mit der Herstellung eines neu entwickelten Sprengstoffes soll ein neues Kapitel in der Unternehmensgeschichte aufgeschlagen werden.
Als Produzent von Sprengstoffen für Bergbau- und Steinbruchbetriebe wurde am 6. Juni 1921 die „Mitteldeutsche Sprengstoffwerke Miedziankit G.M.B.H.“ gegründet. Die Betriebsanlagen wurden am Rande von Langelsheim auf dem weitläufigen Areal eines ehemaligen Steinbruchs errichtet, auf dem sie sich noch heute befinden. Hauptkunden waren zu dieser Zeit die zahlreichen Kalibergwerke in Mitteldeutschland, die von Langelsheim aus mit Chloratit-Sprengstoff für die bergmännische Gewinnungsarbeit beliefert wurden.
„Wir haben bei MSW das Expertenwissen aus 100 Jahren Sprengstoffentwicklung und -produktion. Mit unserem neuen Produkt setzen wir uns an die Spitze der Entwicklung und gestalten sie maßgebend“, sagt Geschäftsführer Prof. Dr. Rüdiger Triebel und ergänzt: „Das ist nicht nur gut für den Standort und die Arbeitsplätze in Langelsheim, sondern sichert auch die zuverlässige Versorgung der Bergwerke und Steinbrüche der Kunden mit einem unverzichtbaren, innovativen und sicheren Produkt für die heimische Rohstoffgewinnung.“
Die Anpassungsfähigkeit an neue Anforderungen und sich ändernde Rahmenbedingungen in wechselvollen Zeitläuften sei bei der MSW-Chemie, wie das Unternehmen seit 1976 heißt, seit jeher fester Bestandteil der Arbeit und gehöre seit einem Jahrhundert zur DNA, heißt es von Unternehmensseite.
Für Arbeitssicherheit, Herstellungsverfahren, Produkteigenschaften und Transportlogistik gelte: „MSW war und ist stets auf der Höhe der Zeit und nicht selten auch Treiber neuer, innovativer Entwicklungen.“
„Das trifft auch auf das neue Produkt zu, einen granularen Sprengstoff mit besonders niedrigen Emissionen“, sagt Triebel. Dieser solle zukünftig das Standardprodukt im Bergbau werden, weil er nicht nur handhabungssicher, zuverlässig und effizient sei, sondern auch wesentlich dazu beitragen werde, die niedrigeren Arbeitsplatzgrenzwerte unter Tage einhalten zu können. „Derzeit entsteht eine Versuchsstrecke, um die Herstellung des neuen Produkts zur Betriebsreife zu entwickeln“, so Triebel. Ab 2023 soll dann die Produktion auf den neuen Sprengstoff umgestellt werden.
Die MSW-Chemie habe zu Beginn ihres zweiten Betriebs-Jahrhunderts allen Grund, optimistisch in die Zukunft zu blicken, heißt es: Eine motivierte und erfahrene Mannschaft, mit einem innovativen Produkt und einer stabilen Marktposition seien tragfähige Säulen für eine aussichtsreiche Entwicklung.
Rüdiger Triebel