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Grünes Wohnquartier entsteht im Norden

Ralf Schnelle und Sylva Viebach vermarkten den neuen Baugrund für Klosterkammer und Liemak.

Ralf Schnelle und Sylva Viebach vermarkten den neuen Baugrund für Klosterkammer und Liemak.

Goslar. „Am Brunnenkamp“ heißt das neue Wohnviertel, das im Norden Goslars entstehen soll. Viel ist hier passiert in den vergangenen Wochen.

Von Hendrik Roß Mittwoch, 02.11.2016, 16:42 Uhr

Bäume mussten weichen, Bauflächen wurden freigeräumt. Die Klosterkammer Hannover hat der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben die rund sieben Hektar im östlichen Bereich des ehemaligen Fliegerhorstes abgekauft und kümmert sich gemeinsam mit der Tochtergesellschaft Liemak nun um die Vermarktung der insgesamt 58 neuen Grundstücke.

Nachdem im Oktober umfassende Baumfällungen auf dem Programm standen, um Platz für neue Häuser zu schaffen, kreist Anfang kommenden Jahres die Abrissbirne über dem ehemaligen Offizierskasino. Mit dem Abriss wird Realität, was vor allem den Protest des Goslarer Geschichtsvereins hervorgerufen hatte. Dessen Vorsitzender Günther Piegsa hatte den geplanten Abriss des historischen Gebäudes mehrfach scharf kritisiert. „Wir sehen aber keine andere Möglichkeit“ verteidigt Ralf Schnelle, Rentamtsleiter bei der Klosterkammer für den Bereich Goslar, den Schritt. Kein Investor für das Gebäude mit knapp 1000 Quadratmetern Grundfläche sei gefunden worden. Bis heute gebe es kein realistisches Konzept für eine Nachnutzung. „Wenn sich noch jemand meldet, sind wir für Gespräche bereit“, erklärt Schnelle. Für einen Abriss müsse die Klosterkammer eine sechsstellige Summe aufbringen. Für die neuen Bauplätze lägen hingegen schon mehrere Anfragen vor, sagte Schnelle, ohne weiter ins Detail zu gehen. Man vermarkte zwar keine Innenstadtfläche in Hamburg, aber das Interesse sei „auskömmlich“.

Sobald das Offizierskasino verschwunden ist, folgt im Frühjahr 2017 die Erschließung des gesamten Geländes. Neue Leitungen, Kanäle und Straßen werden laut Liemak-Geschäftsführerin Sylva Viebach errichtet. Städtische Kostenberechnungen summieren sich auf fast zwei Millionen Euro Baukosten. Zwar würde die Stadt als Bauherr und Auftraggeber auftreten, zahlen müsste die Erschließung jedoch die Klosterkammer. Von Kampfmittelrückständen sei das Grundstück bereits befreit. Im Spätsommer könnten die ersten privaten Hausbauer loslegen, so der Liemak-Plan.

Auf den Freiflächen sind vor allem Einfamilienhäuser eingeplant. Um den „besonderen Charakter“ des Baugebietes zu erhalten, habe die Liemak knapp 100 Bäume mehr stehen lassen, als es der städtebauliche Vertrag vorsieht.

Da der Fliegerhorst als Gesamtensemble unter Denkmalschutz steht, werde mit Ausnahme des Kasinos kein Gebäude abgerissen, so Viebach weiter. Welche Art des Wohnens darin verwirklicht wird, denkbar seien zum Beispiel Wohnheime für Senioren oder Studentenappartements, liege nach dem Verkauf in der Verantwortung des Investors, erklärt Viebach.

Vor allem geht es dabei um die ehemaligen Offizierswohnheime, die sich laut Liemak-Chefin in einem soliden Zustand befinden. Große Umbauten seien wegen des Denkmalschutzes nicht erlaubt.

Auch das Thema barrierefreies Wohnen „Am Brunnengarten“ – im Bauausschuss hat die Seniorenvertretung bereits nachgehakt – obliege dem späteren Bauherrn und sei nicht Sache der Liemak.

Gerade in den Eingangsbereichen des Neubaugebietes könne sich auch „wohnverträgliches Gewerbe“ ansiedeln. Auf der neuen Internetseite brunnenkamp.de ist von Freiberuflern kleinen Ladenlokalen, Bistros oder Arztpraxen die Rede. Insgesamt, so ist der Plan können bis zu 180 neue Wohneinheiten entstehen. 30 Grundstücke vermarktet die Kosterkammer direkt im Erbbaurecht, die restlichen 28 verkauft die Liemak.

In die gut erhaltene alte Ostwache zieht die Liemak erst einmal selbst ein. „Hier entsteht unser Verkaufsbüro“, sagt Viebach. Interessenten können sich dann vor Ort über die Grundstücke informieren, die Sparkasse ziehe auch gleich mit ein, um Finanzierungspläne vorzustellen. Erst einmal muss jedoch die Erschließung abgeschlossen sein. Derzeit gibt es in der alten Wache keinen Strom.

Noch steht das Offizierskasino aus dem Gelände. Anfang 2017 soll es abgerissen werden.

Noch steht das Offizierskasino aus dem Gelände. Anfang 2017 soll es abgerissen werden.

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