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Geschichten und Lieder voller Erinnerungen

In einem gut gefüllten Heimathaus lesen Jutta Weiß, Margot Krabel, Erwin Gottwald und Dorothee Schacht Kurzgeschichten und Anekdoten aus Schlesien.  Foto: Leifeld

In einem gut gefüllten Heimathaus lesen Jutta Weiß, Margot Krabel, Erwin Gottwald und Dorothee Schacht Kurzgeschichten und Anekdoten aus Schlesien. Foto: Leifeld

Schladen. Mehr als 70 Jahre ist es her, dass die Wirren des Zweiten Weltkriegs die Menschen zwangen, aus ihrer schlesischen Heimat zu fliehen. Andere wurden in den folgenden Jahren aus der ehemaligen deutschen Provinz vertrieben. Seit 1945 gehört Schlesien größtenteils zu Polen. Ein kleiner Teil im Westen der früheren preußischen Provinz Niederschlesien gehört zu Deutschland, ein südlicher Teil von Oberschlesien zu Tschechien.

Von Andrea Leifeld Freitag, 22.02.2019, 15:57 Uhr

Schladen. Mehr als 70 Jahre ist es her, dass die Wirren des Zweiten Weltkriegs die Menschen zwangen, aus ihrer schlesischen Heimat zu fliehen. Andere wurden in den folgenden Jahren aus der ehemaligen deutschen Provinz vertrieben. Seit 1945 gehört Schlesien größtenteils zu Polen. Ein kleiner Teil im Westen der früheren preußischen Provinz Niederschlesien gehört zu Deutschland, ein südlicher Teil von Oberschlesien zu Tschechien.

Mit Blick auf die Vorgeschichte und noch immer vorhandene, tiefe Verbundenheit an die verlorene Heimat war es nicht verwunderlich, dass das Angebot eines „Schlesischen Winterabends“ die Räumlichkeiten im Heimathaus „Alte Mühle“ fast zum Bersten brachten. Der Donnerstagabend stand im Zeichen der Erinnerungen. Sicherlich, es konnte kaum einer der mehr als 40 Gäste behaupten, gebürtiger Schlesier zu sein. Nur wenige hatte noch eigene Erinnerung an die Heimat der Vorfahren und die Flucht, viele kannten die Ereignisse nur aus den Erzählungen von Eltern und Großeltern. Und der besondere Dialekt eines echten Schlesiers ist in den vergangenen Jahren immer seltener im Alltag zu hören.

Umso schöner war es, dass das Andenken an die Vergangenheit an jenem Abend mit so viel Herzlichkeit wieder auflebte. In Liedern, wie dem „Riesengebirgslied“ wurden die Erinnerungen an die blauen Berge und grünen Täler besungen und mit „Wenn mer Suuntichs ei de Kerche giehn“ kam auch die schlesische Mundart musikalisch zu Wort. Gegen Textunsicherheiten halfen ausgelegte Liederzettel. Zithersolist Ulrich Zander aus Werlaburgdorf begleitete den Gesang.

Jutta Weiß, Margot Krabel, Erwin Gottwald und Dorothee Schacht steuerten Kurzgeschichten und Anekdoten bei, in denen auch der legendäre Berggeist Rübezahl nicht zu kurz kam, der im schlesischen Riesengebirge sein Unwesen treiben soll, den Menschen aber meist wohlgesonnen ist. Die schmerzhafte Erinnerung an die verlorene Heimat wurde in der Textzeile des Liedes „Hohe Tannen“ besonders deutlich: „Hohe Tannen weisen die Sterne. An der Isar schäumt die Flut. Liegt die Heimat auch in weiter Ferne. Doch du, Rübezahl, hütest sie gut…“

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