Geschichten aus dem Grand Hotel
Ulf Meyer (re.) recherchiert für das Buch über das frühere Grand Hotel. Ihm zur Seite steht Hans Willgeroth vom Harzburger Geschichtsverein.
Bad Harzburg. Gab es berühmte Menschen, die im „Harzburger Hof“ logierten? Hat jemand eine Speisekarte des ehemaligen Prachthotels? Gibt es noch Gästebücher? Geschirr? Und wer kann Geschichten erzählen aus der Zeit, als das Haus noch eines der ersten am Platze war? Ulf Meyer sammelt alles. Im Auftrag der Bauherren des neuen „Harzburger Hofes“ soll er ein Buch schreiben über das Vorgängerhaus. Seit dieser Woche ist der Berliner Architekt und Autor auf Recherchetour.
Bad Harzburg. Gab es berühmte Menschen, die im „Harzburger Hof“ logierten? Hat jemand eine Speisekarte des ehemaligen Prachthotels? Gibt es noch Gästebücher? Geschirr? Und wer kann Geschichten erzählen aus der Zeit, als das Haus noch eines der ersten am Platze war? Ulf Meyer sammelt alles. Im Auftrag der Bauherren des neuen „Harzburger Hofes“ soll er ein Buch schreiben über das Vorgängerhaus. Seit dieser Woche ist der Berliner Architekt und Autor auf Recherchetour.
180 Seiten mit Leineneinband und rund 150 Abbildungen – das sind die Eckdaten des Buches, das Meyer im Auftrag der Berliner Primus Harzburger Hof GmbH bis zum Sommer fertiggestellt haben soll. Damit löst Dieter Köhler, Repräsentant von Primus, ein Versprechen ein, das er den Bad Harzburgern gab, als er seine Pläne für das Nachfolgehaus, das „Grand Hotel Harzburger Hof“ vorstellte. Denn um den Geist des alten Hauses auch im neuen weiterleben zu lassen, sollen die Geschichte und die Geschichten des Hotels ständig präsent sein. Eben in Form eines Buches, das in einem Schweizer Fachverlag erscheinen wird.
Architekturhistoriker
Der Architekturhistoriker Ulf Meyer hat, obwohl erst am Anfang der Recherche stehend, schon klare Vorstellungen von seinem Werk. Ihm schwebt ein typisches Hotel- beziehungsweise „Grand Hotel Buch“ vor. Für diesen eigenen Literaturtypus gibt auf dem Buchmarkt mehr Beispiele, als man denkt. In diesen Büchern wird die Kunst- und Sozialgeschichte eines solchen Hauses dokumentiert. Zu 80 Prozent soll es in Meyers Werk um die Historie gehen, aber das Ganze müsse auch in den architekturhistorischen Kontext gestellt werden.
Meyer selbst war am Mittwoch das erste Mal in Bad Harzburg. Vom eigentlichen Objekt seines Schaffens ist mittlerweile natürlich nichts mehr viel übrig. Doch die alte Pracht hat Meyer bereits anhand von Internetrecherchen und Fotografien verinnerlicht. Beim „Harzburger Hof“ sehe man deutlich die Einflüsse der Bäderarchitektur, die man sonst eher an der See finde. Es stelle den Zeitgeist der Jahrhundertwende dar. Das Haus war ein typisches Grand Hotel, dem wird wohl niemand in der Stadt widersprechen. Und auch wenn dieser Glanz in den letzten Jahren beziehungsweise Jahrzehnten abgeblättert war, verdient es der alte „Harzburger Hof“, ein Denkmal in Form eines Buches zu bekommen, weswegen die Stadt das Projekt auch unterstützt.
Erste Anlaufstellen
Meyer hat sich nun daran gemacht, Stoff für den Inhalt zu sammeln. Seine ersten Anlaufstellen waren der Geschichtsverein, der ihm mit Hans Willgeroth einen kundigen „Türöffner“ an die Seite stellte. Meyer war zudem auch schon bei Harry Plaster, der ein enormes Fotoarchiv besitzt. Ebenso wurde er bei der Stadt vorstellig, wo Ralf Otte vom Bürgermeister beauftragt wurde, die Erinnerungsstücke und Kontaktdaten von Zeitzeugen aufzulisten. In der GZ-Redaktion versorgte sich der Autor mit Artikeln über die jüngere Vergangenheit und die letzten Jahre des „Harzburger Hofs“ – eine Lektüre für die Weihnachtsfeiertage. Aber Meyer braucht noch mehr: Geschichten aus dem Haus und über das Haus. Besondere Geschichten wohlgemerkt, aber derer dürfte es genug geben. Für das Buch, womöglich aber auch als schmückende Ausstellungsstücke für das Nachfolger-Hotel werden auch handfeste Erinnerungen zusammengetragen. Schilder, Türgriffe, Besteck.
Autor Ulf Meyer wird künftig regelmäßig in Bad Harzburg sein, um mit den Zeitzeugen zu sprechen und weiter die Archive vor Ort zu inspizieren. Sammelstelle für Adressen, Fotos und Geschichten bleibt Ralf Otte bei der Stadtverwaltung, er ist unter Telefonnummer (05322) 74120, oder E-Mail ralf.otte@stadt-bad-harzburg.de erreichbar und vermittelt dann den Kontakt zu Ulf Meyer.