Geschäftsführerin Anne Sagner tritt beim Stadtbus ihren Dienst an
Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk, Stadtbus-Geschäftsführerin Anne Sagner, ihr Vorgänger Peter Gaschler und Stadtwerke-Betriebsleiter Dirk Becker (v. li.) beim Bus-Check am Depot an der Stapelner Straße. Fotos: Roß
Goslar. Viel Bus sei sie in den ersten Tagen im neuen Job gefahren, sagt Anne Sagner. Mitarbeiter kennenlernen, Namen merken und für alle ein offenes Ohr haben – das stehe als Erstes auf ihrem Aufgabenzettel. Seit dem 3. Dezember ist Sagner als Geschäftsführerin der Goslarer Stadtbus GmbH tätig und hat ihren Vorgänger Peter Gaschler beerbt – jetzt auch offiziell.
Der Öffentliche Nahverkehr stehe vor einer „Zeitenwende“ sagte Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk bei der Vorstellung der neuen Geschäftsführerin in der Stadtbus-Zentrale an der Stapelner Straße. Es gehe um bessere Bus-Angebote und den Sprung in die Elektromobilität, also „die Energiewende vor Ort“. Mit Sagner, die zuvor als Prokuristin bei der Goslar Marketing Gesellschaft (GMG) tätig war, habe man jemanden gefunden, der es verstehe, den Leuten „Appetit“ auf solch ein Projekt zu machen. Die 39-Jährige fühlt sich beim Stadtbus gut angekommen und auch gut aufgehoben. Wie bei der GMG sehe sie ihre Aufgabe auch jetzt darin, in der Stadt die „Lebensqualität zu steigern“. Das sei der Sinn von Marketing.
Der 65-jährige Gaschler, seit 1987 beruflich mit Goslars Bussen verbunden, steht seiner Nachfolgerin noch bis April zur Seite, bevor er endgültig seinen Hut nimmt. Er erinnert sich an fast 13 Jahre als Stadtbus-Geschäftsführer, die nicht immer leicht gewesen seien, „aber viel Spaß gemacht haben“. Begonnen habe er als „Restrukturierer“, es musste stets auf den Euro geschaut werden. Er sei mehr Pragmatiker denn Werbefachmann und glaubt, dass der ÖPNV sich wandeln muss und wird.
Ein Zukunftsprojekt wurde gleich mit eingetütet: Der Energieversorger Harz-Energie hat mit der Genossenschaft Bürgerenergie Harz einen Zusammenarbeits- und Direktvermarktungsvertrag unterzeichnet. Dahinter verbirgt sich ein Projekt der Genossenschaft, die im Juni eine große Fotovoltaik-Anlage auf dem Busdepot an der Stapelner Straße in Betrieb genommen hat. Sie reiche rechnerisch für rund60 Haushalte.
Derzeit nutze die Stadtbus-Gesellschaft 28 bis 30 Prozent des erzeugten Stroms, erläuterte Renate Grüne vom Bürgerenergie-Vorstand. Diese Zahl soll jedoch noch stark ansteigen, wenn die ersten E-Busse anrollen. Der Rest des gewonnenen Stroms fließt ins Netz und wird von Harz-Energie abgekauft.
Bürgerenergie Harz gab bei der Vertragsunterzeichnung bekannt, dass die Genossenschaft mit mittlerweile 176 Mitgliedern kommendes Jahr ein weiteres Riesenprojekt in Angriff nimmt: eine elf Hektar große Solar-Freiflächenanlage bei Dörnten.
Manfred und Renate Grüne vom Vorstand der Bürgerenergie Harz unterzeichnen gemeinsam mit Harz-Energie-Vertriebsleiter Andreas Grannemann und Geschäftsführer Konrad Aichner(v. li) einen Zusammenarbeitsvertrag.