Gastgeber: Vorgänger Willi Robben folgt auf Heiko Rataj
Goslar. Wechsel an der Spitze der Interessengemeinschaft Goslarer Gastgeber: Vorgänger Willi Robben löst nach drei Jahren seinen Nachfolger Heiko Rataj ab und sieht sich vor großen Aufgaben.
Der Vorgänger löst seinen Nachfolger ab: An der Spitze der Interessengemeinschaft Goslarer Gastgeber (IGG) steht mit dem 60-jährigen Willi Robben (Hotel „Die Tanne“) jetzt wieder der Mann der ersten Stunde. Nach drei Jahren oder einer Amtsperiode war Multi-Gastronom und Bocksberg-Betreiber Heiko Rataj bei der Versammlung am Dienstag nicht mehr angetreten. Das Votum für Robben erging einstimmig bei eigener Enthaltung.
„Ich schaffe es zeitlich nicht mehr, bin viel unterwegs und in diesem Jahr auch wieder länger in Kanada“, erläuterte der umtriebige Alaska-Goldsucher Rataj die Beweggründe für seinen Verzicht. Um den Verein mit nur halber Kraft zu führen, „sind die spannenden Entscheidungen, die in den nächsten Wochen und Monaten anstehen, einfach viel zu wichtig“.
Die Suche nach einem neuen Geschäftsführer für die Goslar Marketing GmbH (GMG), die Diskussion über deren neue Strukturen und Aufgaben, vielleicht sogar die Neuordnung der Gesellschafter-Anteile, das Kulturmarketing und nicht zuletzt die Ausgestaltung einer Tourismusabgabe, die ab 2018 gelten soll: Nachfolger Robben zählt aus dem Stegreif auf, was den Goslarer Gastgebern alles unmittelbar bevorsteht.
Zuletzt hatte Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk beim Neujahrsempfang das zurückgeschraubte Engagement der Privaten für die unterfinanzierte Marketinggesellschaft kritisiert. Wenn mehr Stadt-Geld fließen solle, müsste dort auch mehr Einfluss angesiedelt sein. Wie der Förderverein „pro Goslar“ und die Kaufmannsgilde, hält auch die IGG seit GMG-Gründung im März 2003 16,3 Prozent der Anteile, mit 51,1 Prozent besitzt die Stadt die Mehrheit.
„Die GMG ist wie ein Kind für mich“, erklärt Robben. Er habe es seinerzeit im März 2003 mit aus der Taufe gehoben und wolle es jetzt nicht in den Brunnen fallen sehen. Der Hotelier Robben war es aber auch, der mit seiner Klage vor dem Oberverwaltungsgericht Anfang Dezember 2014 die (zu) eilig zusammengeschusterte Bettensteuer-Satzung der Stadt zufall brachte. Mit der Tourismusabgabe wartet jetzt die Arbeit an einer breiter aufgestellten Nachfolger-Satzung.
„Ich muss nicht unbedingt die drei Jahre vollmachen“, kündigt Robben an, „wenn in einem oder zwei Jahren die Aufgaben erledigt sind und Ruhe eingekehrt ist, stelle ich mein Amt sonst auch wieder zur Verfügung.“ Wichtig seien aber die Nachricht und das Wissen, dass die IGG mit ihren knapp 60 Mitgliedern rund 90 Prozent aller Goslarer Hotelbetten und bis zu 5000 Jobs repräsentiere.