„Game of Thrones“ des Harzvorlands
Dr. Thomas Dahms präsentiert seine zwei neusten Werke, die seine historische Comicreihe abschließen. Foto: Leifeld
Nordharz. Er ist der Herr der Historie und Kenner der Comics: Der Kulturhistoriker Dr. Thomas Dahms. Vor sieben Jahren ging er den eigenwilligen Weg, die durchaus sehr spannende Geschichte der Region in Comic-Form zu erzählen. Primäres Ziel war es, die geschichtlich bedeutsamen Ereignisse der nördlichen Harzregion für jedermann darzustellen. Ihre Einflüsse prägte die Geschichte Europas und viele Königshäuser.
Nordharz. Er ist der Herr der Historie und Kenner der Comics: Der Kulturhistoriker Dr. Thomas Dahms. Vor sieben Jahren ging er den eigenwilligen Weg, die durchaus sehr spannende Geschichte der Region in Comic-Form zu erzählen. Primäres Ziel war es, die geschichtlich bedeutsamen Ereignisse der nördlichen Harzregion für jedermann darzustellen. Ihre Einflüsse prägte die Geschichte Europas und viele Königshäuser.
„Das, was ich mache, ist kein Asterix-Comic. Es sind alles wahre Ereignisse und fundierte Geschichte“, erklärte Dahms. Sein Anspruch war hoch, denn seine Comics sollen von Geschichtsmuffeln und Kindern bis zu sattelfesten Geschichtskennern ein breites Publikum begeistern. Und das anfängliche Experiment wurde ein Erfolg: Nach dem ersten Comic „Das Wunder von Werla“, der vom Sieg König Heinrich I. über die Ungarn (926 n. Chr.) nahe der Pfalz Werla berichtet, setzte Dahms die mittelalterliche Reise mit sieben Bänden fort.
Mit seinen beiden druckfrisch erschienenen Werken „Kaiserland rund um Königslutter“ (Heinrich V. und Lothar III. sind die Protagonisten) und „Das Brüllen des Löwen aus Braunschweig“ mit dem aufregenden Leben von Heinrich, dem Löwen, ist diese Mittelalterreihe nun abgeschlossen. Sie endet mit dem Tod des so bedeutenden Herrschers im Jahre 1195, der Braunschweig zum Machtzentrum ausbaute und bis heute die Identifikationsfigur der Stadt Braunschweig ist. Sie nennt sich bis heute „Stadt Heinrich des Löwen“. Auch die Hintergründe, warum das Königshaus der Welfen, eigentlich eine bayrische Dynastie, in der Region zwischen Harz und Heide Fuß fassen konnte, dort wo eigentlich die Ottonen, Salier und Staufer herrschten, beschreibt Dahms unterhaltsam und mit vielen historischen Fakten.
Sechs Zeichner standen dem Kulturhistoriker Dahms über die sieben Bände mit Farbe, Pinsel und ganz vielen liebevollen Details in sieben Jahren parat. Wie waren die Anfänge? Wurde er für „bekloppt“ erklärt, eine Comicreihe über die Geschichte dieser Region zu verfassen? „Naja, also ein bisschen höflicher waren die meisten Leute schon“, erinnerte sich Dahms.
Die meisten Mitbürger kennen die so spannende, von Intrigen und Verstrickungen behaftete Geschichte nämlich gar nicht. „Trotz der vielen Intrigen, Lügen, Kriege, Tod und Verstrickungen, die die Geschichte zwischen Harz und Heide zu bieten hat, ist das Nichtwissen der Bürger das größte Manko.“ Da werde mit einem riesigen Aufwand die Serie „Game of Thrones“ erfunden, die historisch absoluter Blödsinn sei, bedauerte Dahms: „Alles was da vor kommt, hat unsere Region auch zu bieten. Das hier sind die ,Games of Thrones‘ im Harzvorland. Und es ist wahre Geschichte.“