„Frei parken“ in Bad Harzburg hat sich bald erledigt
Der Parkplatz vis-à-vis des Berliner Platzes wird demnächst gebührenpflichtig. Die Stunde kostet dann 50 Cent, parken darf man bis zu sechs Stunden. Fotos: Schlegel
Bad Harzburg. „Frei parken“ kennt man aus dem Monopoly-Spiel und in Bad Harzburgs Innenstadt eigentlich nur noch vom Berliner Platz. Und vom Rand der B4. Beides hat sich bald erledigt. Das gefällt nicht jedem…
Vor der Sommerpause hatte die Politik entschieden, dass nun auch auf dem Parkplatz vis a vis des Berliner Platzes Parkgebühren genommen werden sollen. Wie überall in der Stadt 25 Cent pro halbe Stunde. Und das montags bis sonntags von 8 bis 18 Uhr.
Hintergrund war ein Auftrag der Politik an die Verwaltung, zusätzliche Einnahmemöglichkeiten zu erforschen. Der Bau- und Verkehrsausschuss hatte sich seinerzeit für eine Höchstparkdauer von zehn Stunden ausgesprochen und dabei besonders die Ausflügler im Sinn, die sich auf eine Wanderung oder eine Busrundfahrt durch den Harz aufmachen. Im Verwaltungsausschuss war diese Höchstparkdauer dann aber wieder auf die von der Verwaltung vorgeschlagenen sechs Stunden reduziert worden. Der Rat schloss sich dem in seiner Sitzung vor der Sommerpause einstimmig an. Begründung: Man wolle das Dauerparken unterbinden. Bereits das hatte zu empörten Lesebriefen geführt und nun, wo bereits die Parkautomaten stehen, wird der Unmut noch lauter. Denn der Parkplatz ist besonders bei den Mitarbeitern von Betrieben rund um den Kurbereich und auch in der Bummelallee beliebt.
Wie mittlerweile üblich, hat sich eine heftige Diskussion im Internet entwickelt. „Die Stadt will nicht, dass ihre Bürger in der Innenstadt arbeiten“, war noch eine freundlich formulierte Meinung. Zudem sind auch viele Anwohner empört, die mitunter keine Stellflächen für die Pkw nahe am Haus haben. Der Vorwurf der „Abzocke“ macht die Runde. Im Rathaus zeigt man Verständnis für die Kritik. Allerdings dürfe man auch nicht vergessen, dass es nicht Aufgabe einer Kommune sei, Parkplatzflächen für die Mitarbeiter von Betrieben oder Privatleute zur Verfügung zu stellen.
Noch ist allerdings das Parken gebührenfrei. Zwar steht der Parkscheinautomat bereits an Ort und Stelle, und eigentlich jeder, der dort parkt, zieht auch artig einen Parkschein. Aber noch fehlt die Beschilderung. Erst wenn die montiert ist – was allerdings in Kürze der Fall sein soll – muss bezahlt werden.
Nicht gerade zur Beruhigung der Stimmung trägt zudem die Tatsache bei, dass auch das Parken entlang der B 4 im Bereich am alten Salzwerk und der Einmündung am Berliner Platz in Kürze untersagt wird – das hat allerdings nichts mit der Stadt zu tun, für die Bundesstraße sind übergeordnete Behörden zuständig. Eine verkehrsbehördliche Anordnung, dass dort nicht mehr geparkt werden darf, ist bereits fertig, auch hier wird nun nur noch auf die Umsetzung der Maßnahme gewartet. Wann es soweit ist, kann einem allerdings niemand sagen. Der zuständige Landkreis jedenfalls konnte gestern die Frage nicht beantworten: Die jeweiligen Mitarbeiter seien nicht erreichbar.
Das Parken entlang der B 4 ist auch bald nicht mehr möglich.