Filialschließungen: Unsichere Zeit bei der Deutschen Bank
Kreditinstitut will bundesweit rund 200 Filialen schließen oder zusammenlegen Die Deutsche Bank in Goslar. Foto: Klaeden
Goslar/Bad Harzburg. Bei Mitarbeitern der Deutschen Bank hat das Kaffeesatzlesen begonnen. Was sind „urbane Gebiete“? Aus solchen Gegenden will sich der Bankenriese zurückziehen.
Welche Filialen tatsächlich in Gefahr sind, ob zum Beispiel Goslar und Bad Harzburg eine Zukunft haben, weiß angeblich noch niemand, sagt ein Sprecher aus der Frankfurter Konzernzentrale. Die Schließungsliste sei „in Ausarbeitung“, die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern „starten jetzt“, heißt es. Voraussichtlich in einigen Monaten wisse man mehr.
In typischer Unternehmens-Diktion spricht die Deutsche Bank davon, sie wolle ihr Filialnetz optimieren. Bis Ende 2017 sollen 200 Geschäftsstellen zusammengelegt oder geschlossen werden. Was es aber bedeutet, wenn der Konzern mitteilt, er wolle in der Fläche präsent bleiben und in „urbanen Ballungszentren Filialen zusammenlegen“, bleibt vorerst unklar.
Sind damit Ableger in Kleinstädten wie Goslar und Bad Harzburg gerettet? Bereits vor einigen Jahren schloss die Deutschen Bank ihre Filiale in Clausthal-Zellerfeld.
Immerhin heißt es aus der Pressestelle in Frankfurt, dass sicherlich auch die Kundenzahlen und die Profitabilität eine Rolle spielten.
Die beiden Filialen in Goslar und Bad Harzburg gehören zu den kleineren Geschäftsstellen. In der Kur-stadt werden sechs Mitarbeiter beschäftigt und 5000 Kunden betreut, in Goslar sind es neun Beschäftigte und 13500 Kunden. Ein Vorteil könnte sein, dass es im Landkreis nur noch zwei Deutsche-Bank-Filialen gibt. Die Schließung beider Häuser würde den kompletten Rückzug bedeuten.
In mancher Großstadt hingegen existiert ein dichtes Filialnetz von zehn bis 20 und sogar mehr Geschäftsstellen.