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Märkte zum Fest

Familie Fichtelmann: Erinnerung an ersten Weihnachtsmarkt

Wenn Anton Fichtelmann nicht gerade in einem seiner Stände arbeitet, ist das Motorrad der Marke „Adler M 250“ seine Leidenschaft.  Fotos: Meyer-Zurwelle/Privat

Wenn Anton Fichtelmann nicht gerade in einem seiner Stände arbeitet, ist das Motorrad der Marke „Adler M 250“ seine Leidenschaft. Fotos: Meyer-Zurwelle/Privat

Goslar. Quadratisch, praktisch, gut: Das haben sich nicht nur irgendwann einmal die Erfinder einer Schokolade gedacht, sondern auch die ersten Aussteller des Weihnachtsmarktes. Denn im ersten Jahr standen die Buden im Viereck auf dem Marktplatz. 

Von Silja Meyer-Zurwelle Dienstag, 04.12.2018, 15:51 Uhr

Doch dieses Konzept war weniger eine Werbestrategie, sondern eher den damals noch wenigen Standbetreibern geschuldet. „Wir konnten uns gegenseitig in die Stände schauen. Und an schlechten Tagen haben wir Skat gespielt und uns untereinander etwas abgekauft“, erinnert sich Anton Fichtelmann.

Der 78-Jährige gehört zu den Männern der ersten Stunde im Jahr 1968 auf dem Goslarer Weihnachtsmarkt. Das Schaustellertum wurde ihm in die Wiege gelegt: „Mein Vater Ernst kam aus Thüringen nach Niedersachsen. Er hat bereits 1925 auf dem Schützenfest in Goslar Thüringer Bratwurst verkauft“, sagt Anton Fichtelmann. Der Schaustellersohn und seine zwei Brüder stiegen schon bald in das Geschäft ein. Mittlerweile sind die Fichtelmanns mit ihren Ständen, bei denen vor allem die deftigen Speisen, wie Krakauer oder der sogenannte Mettzipfel auf der Karte stehen, in Braunschweig, Wolfenbüttel und Goslar vertreten.

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Ilona Fichtelmann ist seit 1987 für die Goslarer Weihnachtsmarktbude zuständig. Sie hatte allerdings, bevor sie ihren Mann Anton Fichtelmann kennenlernte, mit der Schaustellerei gar nichts zu tun. „Ich arbeitete im Café am Markt, und als mein Mann mich Ende der Achtziger zum ersten Mal mit in die Bude nahm, hat er mich quasi ins kalte Wasser geschmissen“, sagt die 65-Jährige und lächelt.

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Mittlerweile ist Ilona Fichtelmann längst die routinierte Chefin des Standes. Morgens früh aufstehen, tagsüber für die Gäste da sein, bis spät abends die Abrechnungen machen: „So sieht mein Alltag für die viereinhalb bis fünf Wochen auf dem Goslarer Weihnachtsmarkt aus“, sagt sie.

In ihrem Stand, der auch eine Fläche für Sitzgelegenheiten beinhaltet, ist alles festlich mit Lichterketten, roten Schmuckbändern und Tannenzweigen geschmückt. Das war nicht immer so. „Als wir anfingen, haben wir erst mal einen großen Stand gebaut, aber ohne besonderes Licht“, erzählt Anton Fichtelmann. Sie seien in den ersten Jahren froh gewesen, dass überhaupt Standbetreiber dazukamen.

Einer davon sei Gustav Gall gewesen. „Er hatte ein Lebensmittelgeschäft in der Baßgeige. Es war jedoch nicht etwa sein Obst, das sich auf dem Weihnachtsmarkt gut verkaufte, sondern vor allem russisches Sauerkraut und russische Gurken. Die Besucher waren ganz verrückt danach“, schildert Fichtelmann.

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Ebenfalls seit 50 Jahren dabei ist der Mandelstand vom sogenannten „Mandel-Franz“. „Die beiden Brüder Freddi und Dieter Franz hatten den Mandelwagen ganz neu gekauft. Am Anfang war allerdings noch Übung gefragt, die ersten Fuhren Mandeln sind den beiden erst mal verbrannt“, erinnert sich Anton Fichtelmann. Dass das heute längst nicht mehr so ist, weiß jeder, der an dem Stand neben dem Marktbrunnen vorbeigeht und dem der süße Duft des leckeren Snacks in die Nase zieht.

Hinter all den Leckereien aus den Buden steckt viel Arbeit. Was Ilona Fichtelmann an ihrem Job besonders gefällt? „Die Kontakte zu den Menschen. Viele sind Stammgäste und kommen jedes Jahr wieder“, sagt sie.

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