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Ex-Klinik steht vor Verkauf: Entscheidung bis Ende März

21 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche hat die ehemalige onkologische Rehaklinik Erbprinzentanne, wie eine ältere Luftaufnahme anschaulich macht.

21 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche hat die ehemalige onkologische Rehaklinik Erbprinzentanne, wie eine ältere Luftaufnahme anschaulich macht.

Die Entscheidung über die Zukunft der ehemaligen onkologischen Rehaklinik Erbprinzentanne nördlich von Clausthal-Zellerfeld rückt näher.

Von Dieter Böhl Donnerstag, 16.01.2014, 20:00 Uhr

Nach zweijährigen Bemühungen rechnet der Eigentümer, die Deutsche Rentenversicherung (DRV) Braunschweig-Hannover damit, bis Ende März 2014 den Verkauf unter Dach und Fach zu bekommen.

Von zuletzt drei ernst zu nehmenden Interessenten sind nach Auskunft von DRV-Pressesprecher Wolf-Dieter Burde noch zwei im Gespräch. Dabei handele es sich einmal mehr um Chinesen, die gerade ihre Visa für einen Deutschlandbesuch beantragt hätten. Sie seien nicht mit jener früheren Investorengruppe aus dem „Reich der Mitte“ identisch, die sich zwar vorstellen konnte, hier ein norddeutsches Zentrum für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) einzurichten, aber über eine formale Interessenbekundung nie hinausgekommen war. Allerdings geht es laut Burde auch den derzeitigen Verhandlungspartnern aus China um eine Verbindung von Tourismus und TCM.

Ebenfalls noch in Frage kommt den weiteren Angaben zufolge ein deutscher Bieter, wobei es sich um eine professionelle Gemeinschaft aus Projektentwicklern, Bauunternehmen und Betreibern handele. „Mehr kann ich dazu erstmal nicht verraten“, sagte der DRV-Sprecher, zumal in diesem Fall die Nutzung oder Verwertung noch nicht ganz klar zu sein scheine.

Das kann theoretisch auch den Abriss des Gebäudekomplexes mit rund 21.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche bedeuten. Ob dann eine Neubebauung des naturnahen und mehr 30 Hektar großen Geländes noch möglich wäre, und welches Geschäftsmodell in diesem Fall zum Tragen kommen würde, ist zumindest fraglich. Der DRV-Vorstand hatte angesichts beträchtlicher Unterhaltungs- und Sicherungskosten für die Immobilie bereits im vorigen Jahr den Abriss beschlossen, angesichts laufender Verkaufsverhandlungen den Vollzug allerdings zurückgestellt.

Während die DRV anfangs großen Wert auf ein schlüssiges Zukunftskonzept für die Weiternutzung des Komplexes legte, was die erste chinesische Bietergruppe mit einem Kaufpreis in niedriger siebenstelliger Höhe unterlegte, betont der Pressesprecher heute die materiellen Notwendigkeiten für den Rentenversicherer an erster Stelle, gefolgt von einer möglichst guten Lösung auch für die Stadt. Letztlich aber laufe es darauf hinaus, dass der Kaufpreis den Abrisskosten gegenüber gestellt werde. „Wir gehen jedenfalls davon aus, dass wir nicht abreißen werden.“

Nicht mehr im Rennen ist offenbar die Hanseatic Group (Hildesheim), obwohl sie nach Angaben ihres Vorstandes auch nach dem Kauf des früheren Sparkassen-Sitzes in Clausthal für studentisches Wohnen noch an der Erbprinzentanne interessiert ist. Deren Projekt „hatte Hand und Fuß“ und sie hätten die DRV auch bedrängt, bestätigt Wolf-Dieter Burde. „Aber es gibt keinen Kontakt mehr.“

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