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Ewige Käufersuche in Hornburg

Trotz idealer Lage: Das Hotel und Restaurant „Zur Halbinsel“ steht seit langer Zeit leer – kein Interessent scheint sich zu finden.  Fotos: Nixdorf

Trotz idealer Lage: Das Hotel und Restaurant „Zur Halbinsel“ steht seit langer Zeit leer – kein Interessent scheint sich zu finden. Fotos: Nixdorf

Hornburg. Viel neue Gastronomie siedelt sich längst nicht mehr in Hornburg an, und auch die Inhaber bereits geschlossener Lokale finden keine Käufer. Rolf Adam und sein Hotel und Restaurant „Zur Halbinsel“ in Hornburg sind ein Beispiel dafür. Seit mehr als 13 Jahren versucht der 75-Jährige, sein ehemaliges Geschäftsgelände zu verkaufen – ohne Erfolg. Doch andere Unternehmer wie Reinhard Pohl von „Reinhards Pension“ teilen nicht die Ansicht, dass dies allein auf Hornburg zu schieben ist.

Von Franziska Nixdorf Donnerstag, 11.05.2017, 14:49 Uhr

Hornburg. Viel neue Gastronomie siedelt sich längst nicht mehr in Hornburg an, und auch die Inhaber bereits geschlossener Lokale finden keine Käufer. Rolf Adam und sein Hotel und Restaurant „Zur Halbinsel“ in Hornburg sind ein Beispiel dafür. Seit mehr als 13 Jahren versucht der 75-Jährige, sein ehemaliges Geschäftsgelände zu verkaufen – ohne Erfolg. Doch andere Unternehmer wie Reinhard Pohl von „Reinhards Pension“ teilen nicht die Ansicht, dass dies allein auf Hornburg zu schieben ist.

Lebenswerk

Rolf Adams Maklerin macht ihm wenig Hoffnung: Vor einem Jahr habe er sie beauftragt, einen Käufer zu finden. Sie schätzt den Verkaufspreis auf etwas weniger als 200.000 Euro – eine Summe, die Rolf Adam offensichtlich schmerzt, immerhin hängt sein Lebenswerk daran. Seit 1972 hatte er den Betrieb von seinen Eltern übernommen und ganze zehn Jahre an dem Grundstück gebaut. Die letzten zwölf Jahre vor der Schließung hatte sein Sohn das Hotel und Restaurant übernommen – auch das ist schon wieder mehr als den gleichen Zeitraum her. Nun will er endlich verkaufen. Insgesamt geht es um eine Fläche von 2150 Quadratmetern, davon knapp 400 Quadratmeter Wohnfläche, 17 Gästezimmer und 1000 Quadratmeter betrieblich nutzbares Gelände samt Kegelbahn. Alles liegt brach. Lediglich Rolf Adam selbst bewohnt noch einen Bereich des riesigen Geländes und würde sich wünschen, dass dies auch so bleibt: Ein Umzug würde sich für ihn mit 75 Jahren nicht mehr lohnen. Allerdings solle ein Verkauf auch nicht daran scheitern: „Wenn es nicht anders geht, geh‘ ich auch raus“, lenkt er ein.

Rolf Adam verweist darauf, dass er nicht der einzige Unternehmer mit solchen Verkaufsschwierigkeiten ist: „Seit der Grenzöffnung wird Hornburg immer leerer“, glaubt er den Grund zu kennen und benennt die Pension Reinhard, deren Inhaber schon seit eineinhalb Jahren erfolglos einen Käufer suche.

Fulltime-Job

Doch Inhaber Reinhard Pohl sieht das Problem an anderer Stelle: „Heute hat doch keiner mehr Lust zu arbeiten: Und die Arbeit in einer Pension ist ein Fulltime-Job“, so Pohl, der mit seinen 65 Jahren den Ruhestand genießt. Zwar müssten die sieben Zimmer samt Betreiberwohnung nicht zwangsläufig erneut als Pension eröffnet werden, doch mitten in der Altstadt gelegen biete sich das an. Die Nachfrage bei Übernachtungsgästen sei nach wie vor groß, nur Käufer fänden sich keine: „Der Bedarf an Betten ist da in Hornburg“, sagt Pohl. Insbesondere Geschäftsleute, die beruflich nach Wolfenbüttel oder Salzgitter müssten, würden gerne die kostengünstigeren Übernachtungsmöglichkeiten in Hornburg nutzen. Und auch für Familienfeiern sei seine Pension bis zuletzt gefragt gewesen.

Für das Grundstück von Rolf Adam habe es vor Jahren sogar mehrere Interessenten gegeben, wie der Inhaber heute noch betont. Allerdings sei der Verkauf an der Finanzierung gescheitert. Einen Teil des 2150 Quadratmeter großen Grundstücks zu verkaufen, kommt für ihn aber nicht in Frage. Genauso möchte er – trotz Anfragen – einzelne Wohnungen nicht mehr vermieten: „Ich müsste zu viel investieren“. Kommende Woche soll nun ein Interessent vorbeischauen: Ob Rolf Adam diesmal das Geschäft abschließen kann, bleibt offen.

Eine leichte Staubschicht auf dem ehemaligen Tresen zeigt, wie lange Inhaber Rolf Adam schon einen Käufer sucht.

Eine leichte Staubschicht auf dem ehemaligen Tresen zeigt, wie lange Inhaber Rolf Adam schon einen Käufer sucht.

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