Ettershaus-Ressort soll Ende September öffnen
„Da oben kommen die Baumhäuser hin“ – am Hintereingang des „Hexenwerks“ zeigt Investor Thomas Funke Finanzminister Reinhold Hilbers im Beisein von Resort-Gastgeber Ayhan Soljin und Pächterin Karina-Anna Dörschel (v.li.) das, was auf dem kleinen Bild gerade entsteht: das Doppel-Baumhaus „Elvis“ am Hang. Fotos: Breuer
Bad Harzburg. Der olympische Geist von Karina-Anna Dörschel ist stark ausgeprägt: Trotz terminlicher Rückschläge peilt die Chefin der Goslarer Sonnenhotels GmbH als Pächterin den 21. September für die Eröffnung des Gesamtresorts Ettershaus an – mit Hotel in der zentralen Jugendstil-Villa des ehemaligen Siemens-Erholungsheims, neu gebautem Appartementhaus, Baumhäusern, Spa-Bereich mit Schwimmbad sowie zwei Restaurants, von denen das „Hexenwerk“ mittlerweile im Vollbetrieb läuft.
Zu Beginn war bereits von 16 Millionen Euro Investitionskosten die Rede, insgesamt läuft es wohl auf 25 Millionen zu, wie Investor Thomas Funke aus Braunschweig bestätigt. Funke weist darauf hin, dass zusammen mit dem Harzburger Hof zwei Privatgesellschaften an die hundert Millionen Euro für den Tourismus in Bad Harzburg bewegen würden. Unterschätzt habe man das Ettershaus nicht in seiner Dimension, ergänzt er, aber doch, dass sich plötzlich zeige, welch zentralen Punkt es nach 30 Jahren Dornröschenschlaf darstelle.
Da trifft es sich ganz gut mit der Landesbürgschaft, die der niedersächsische Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) am Montagnachmittag bei einer schweißtreibenden Stippvisite im Rahmen seiner Sommerreise zwischen Duderstadt und Hannover gut angelegt sah, pflichtschuldigst unternehmerischen Mut wie Weitsicht lobte und festhielt: „Der Harz braucht Impulse.“
Als Gründe für die mehrfache Verzögerung nach Baubeginn im Winter 2016 war der Sommer 2017 erstes Ziel gewesen – nannten Pächterin Dörschel und Investor Funke einen „bösen Winter“ (soll im Harz vorkommen), Überraschungen im Bestand, Anforderungen von Denkmalpflege und Brandschutz, schwer verfügbare Handwerkerleistungen sowie eine sechsmonatige Lieferzeit für den Pool. Als eher positiv empfand Funke die Flut, die im Zusammenwirken mit Unterer Wasserbehörde für neue Lösungen in der Anlage gesorgt habe.
Und nicht zuletzt zeitraubend waren die 14 Baumhäuser, die wohl alle irgendwie unterschätzt hatten. Allein die Gründung und Statik im Hang war laut Dörschel eine Wissenschaft für sich. Und dann weigerten sich auch noch die Kranverleiher, ihr Gerät mitten im Wald einzusetzen, erzählt Funke. „Da haben wir dann gesagt, erst kommen die Häuser, und dann pflanzen wir den Baum mitten rein...“
Das alles soll mit der Eröffnung im September ein Ende haben. Nicht abrupt, aber doch grundsätzlich. Was dann noch nicht fertig ist, soll im laufenden Betrieb mitwachsen, sagt Dörschel. Und auch Funke will zum Schluss kommen: „Dann habe ich vielleicht wieder mehr Zeit, mich um meine anderen Projekte zu kümmern...“
baumhaus im ettershaus